Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Lebensqualität

Kategorie: Held der Arbeit

Frau H. (todkrank, der ganze Körper voller Krebs und schon sehr lange bei uns stationär) hielt das für einen Scherz, als ich ihr mein Vorhaben morgens unterbreitete. Mittags war es dann so weit: Mit einem Maximum an Überzeugungsarbeit wickelte ich sie in zwei Bettdecken ein und wuchtete diese Wurst in den Rollstuhl, befestigte irgendwo im Gewühlt den Ablaufbeutel des Blasenkatheters. Mütze auf, Rolli in die eine, Infusionsständer in die andrere Hand, und ab ging es in den frostigen PatientInnengarten. Dort hielt sie es immerhin fünf Minuten aus und freute sich. Dann mußten wir der Kälte wegen wieder zurück.
Aber im Zimmer wollte sie dann doch noch eine Weile sitzenbleiben.

Frische Luft. Ein Stück Lebensqualität.

Verzapft am 10. Dezember 2008, so um 06 Uhr 00

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Kommentare

Was sagt Björn dazu?

11. Dezember 2008 um 14 Uhr 04 (Permalink)

Das hast Du gut gemacht! Zumal die Zeit bestimmt immer knapp ist und Du vermutlich gar nicht so auf die Patienten eingehen kannst wie Du es gerne möchtest?!

Was sagt Dieter dazu?

13. Dezember 2008 um 23 Uhr 31 (Permalink)

Du bist schon ein toller Pfleger!

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 14. Dezember 2008 um 07 Uhr 46 (Permalink)

Naja, eigentlich versuche ich nur, meinen Job ordentlich zu machen.

Zumal ich ja auch schon an der eigenen Seele erfahren durfte, was es heißt, wenn sich das Personal überhaupt nicht für einen interessiert.

Eigenen Senf dazugeben?

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