Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Der Anwender macht die Kunst, nicht sein Gerät.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Dieser Tweet:

„Die größte Investition für Fotografiebegeisterte ist nicht das Geld für Kameras und Objektive, sondern Zeit zum Probieren und Lernen.“
— Falk Wussow (@NetzBlogR) März 21, 2012

erinnerte mich daran, was ich recht früh lernte, als ich in der ersten Hälfte der 1980er Jahre (mit ungefähr 12) begann, mich relativ ernsthaft mit Photographie zu beschäftigen und dafür große Mengen Fachliteratur und Bildbände zu wälzen.

Irgendwo darinnen stand etwas, was ich mir trotz meines nudelsiebartigen Gehrinersatzes bis heute gemerkt habe, nämlich daß ein großer Photograph auch mit einer einfachen Kamera großartige Bilder machen wird, während ein unambitionierter Stümper auch mit einer Komplettausstattung von Leica, Hasselblad und Rollei nur ein Stümper belibt und entsprechende Bilder produzieren wird.

Wenn ich mir z.B. Robert Capas oder Henri Cartier-Bressons Bilder angucke- die haben ihre berühmten Bilder mit nach heutigem Maßstab recht einfachen Kameras gemacht.

Dies gilt überall.

Wer nicht gut und unterhaltsam schreiben kann, der wird es mit einem teuren Füllfederhalter auch nicht besser können.

Und wer sich eine teure Gitarre kauft, wird auch nicht durch die Gitarre besser, sondern nur durch üben. Während Andrés Segovia selbst auf einer Kamingitarre*1 noch toll gewesen wäre.
Ich kannte mal so einen, der nicht verstehen (wollte?), daß er lieber in Unterricht als in immer neue Effekte investieren sollte. Ich hätte mich genausogut mit einem Nachttopf unterhalten können.

Wer teure Geräte erwirbt statt Fähigkeiten, der erwirbt nur eine Schwanzverlängerung.

Verzapft am 21. März 2012, so um 10 Uhr 20

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Kommentare

Was sagt Ma Rode dazu?

21. März 2012 um 10 Uhr 50 (Permalink)

Ha! Das erinnert mich an die Lomo, einen einfachen russischen Fotoapparat, natürlich analog und man fotografiert(e) damit, ohne durch den Sucher zu gucken. In der Beschränktheit der Mittel zeigt sich erst das wahre Genie!

Was sagt Achim dazu?

21. März 2012 um 11 Uhr 31 (Permalink)

Lomo war doch nur so ein Modetrend, der Meister wie der Stümper drückten einfach auf den Auslöser und vier Bilder kamen auf den Film.
Die Ergebnisse von Meister und Stümper waren auch nicht zu unterscheiden. Es wurde alles als Kunst behauptet.

Was sagt Michael dazu?

21. März 2012 um 12 Uhr 05 (Permalink)

Gute Beitrag, Grundaussage: Üben, Üben, Üben. Natürlich sollte man schon etwas Gefühl für Instrument und Objekt jeglicher Art mitbringen.

Was sagt Violine dazu?

21. März 2012 um 12 Uhr 44 (Permalink)

Bingo, Ulf, stimme ich Dir voll zu!

Die Gitarre ist jetzt da. Gut, das Instrument. Allerdings hat sie eine Verletzung, das muss ich ihrer Besitzerin noch sagen. Heute (eigentlich auch schon gestern) habe ich beim kritisch Angucken festgestellt, dass am Halsansatz ein Riss ist. Weiss nicht woher. Ich war's nicht.
Also ein Riss von oben (Ansatz an der Decke) bis unten (Boden).
Gefällt mir ja gar nicht. Bzw. ich werd's aushalten.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 21. März 2012 um 12 Uhr 50 (Permalink)

@Marode und Achim: Ich meinte das scho n irgendwie anders, ne? Es kommt auf den Künstler an, die Gestaltung, den Blick, das Ohr!

@Michael: Danke! smile

@Violine: Wegen des Risses hast Du Mehl.

Was sagt maobe dazu?

21. März 2012 um 13 Uhr 50 (Permalink)

gute technik kann das talent nur unterstützen. nicht hervorbringen.

Was sagt Achim dazu?

21. März 2012 um 14 Uhr 31 (Permalink)

Ulf, ich hatte nur Ma Rode geantwortet, du hattest die Lomo gar nicht erwähnt oder gemeint. Jetzt ausgerechnet diesen Vierfachknipser als Beispiel für deinen Text zu nehmen, fand ich schon arg gewagt. Die Nutzer hatten damals ja einfach nur aus der Hüfte geknipst.

Ich finde, vor Allem bei Bildern von Kindern am Boden findet man viele grässliche Bilder, wenn die Kinder einfach von oben geknipst werden, sich die Kinder aber auf dem Boden beschäftigen. Selten kommt dann doch mal ein gutes Bild raus. Meist muss man sich selbst und die Kamera ebensfalls dem Boden nähern.

Eigenen Senf dazugeben?

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