Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Anarchie=Chaos und Gewalt?

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Polizist in Demontrations-Schutzanzug bekommt KopfschussIn einem sozialen Netzwerk wurde dieses Bild*1 geteilt. Mit dem Kommentar „I am anarchist“.

Dabei bedeutet Anarchie im Wortsinne Herrschaftsfreiheit bzw. Herrschaftslosigkeit. Doch wende ich Gewalt an, dann herrsche ich über jemanden und bin damit kein Anarchist im engeren Sinne mehr. Das Faustrecht ist die Herrschaft des Stärkeren, eventuell mit Mafia-Strukturen, aber keine Herrschaftsfreiheit. Gewalt ist ausgeübter Zwang, aber keine Freiheit.

Wenn Anarchie funktionieren soll, dann nur ohne Gewalt. Dafür müssten allerdings alle Menschen gut und vernünftig sein. Sind sie aber leider nicht. Und auch wenn es einigen nicht passen mag- solange das nicht gegeben ist, brauchen wir eine Polizei. Und ich persönlich kenne keine bösen Polizisten. Die, die ich kenne, wollen eigentlich nur das Beste für den Bürger. Ob es das dann auch immer wirklich ist, darüber kann man ja gerne diskutieren.
Aber ein Kopfschuss ist kein Argument. Sondern genau das, was der Schütze dem Erschossenen vorwirft:
Unterdrückung und Gewalt.

Verzapft am 21. Juli 2013, so um 18 Uhr 32

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Kommentare

Was sagt Michael Drews dazu?

21. Juli 2013 um 20 Uhr 16 (Permalink)

Ja, Ja, die Frage der Begriffsbestimmung, wodurch immer wieder Unstimmigkeiten entstehen. Obwohl es eindeutige Definitionen gibt, definieren manche Menschen bestimmte Worte in ihrem eigenen Sinn. das ist halt keine "Glaubenssache", sondern sind von der jeweiligen Fachdisziplin festgelegte Definitionen.

Was sagt Ulf, der Größte, dazu?

Kommentar vom Scheff hier am 21. Juli 2013 um 20 Uhr 45 (Permalink)

Viele drehen sich den Kram privat so zurecht, wie es ihnen eben gerade passt. Hauptsache, sie können markige Sprüche machen und sich damit hervortun. Die interessieren sich dann nicht für wissenschaftliche Definitionen, jedenfalls nicht, solange diese gegen sie sind.

Du kennst das sicher- versuche mal, eine bestimmte Sorte Leute mit sachlichen, fachlich fundierten Argumenten zu überzeugen. Fanatiker sind da sehr resistent. Weil egozentrisch. Bloß niemals Unrecht haben. Ich bin mal gespannt, wann diese Typen hier aufschlagen biggrin

Was sagt lala dazu?

21. Juli 2013 um 20 Uhr 56 (Permalink)

Joa, uralter Hut. Tatsächlich taugen weder persönliche Erfahrungen ("kenne keine bösen Polizisten". Ich kenne persönlich gar keine, also auch keine bösen, was nun?), noch ultraverkürzte Erst-muss-das-dann-Anarchie-"Erklärungen" dazu, den Kapitalismus mit seinen Repressionsinstrumenten (die manchmal auch etwas "Gutes" tun), zu rechtfertigen. Du unterschlägst dabei zB den Syndikalismus (vgl. zB soziale Revolution in Spanien 1936).

Unabhängig davon: Das Bild ist natürlich trotzdem Kacke. Ich würde auf dem Bild einen Polizisten einen Unbewaffneten erschießen lassen und dazu schreiben: Darum bin ich Anarchist.

Was sagt Westsideblogger dazu?

22. Juli 2013 um 08 Uhr 18 (Permalink)

Das Problem beim Begriff "Anarchie" ist, dass er durch die Medien und Politiker als genau das hin gestellt wurde, was das Bild zeigt. Gewaltverherrlichende Asoziale, die ihren perversen Ausprägungen freien Lauf lassen.

Dass mit Anarchie etwa genau das Gegenteil verbunden ist, interessiert niemanden mehr wirklich. Wie Ulfs Beitrag mit dem Hinweis auf das Bild ja eindrucksvoll belegt.

Was sagt Pixella dazu?

24. Juli 2013 um 23 Uhr 35 (Permalink)

Ich finde die Idee vom Anarchismus großartig und unterstützenswert.
Allerdings frage ich mich,ob uns da nicht unser urtümliches Rudelverhalten in die Quere kommt.
Da müsste man mal einen Biologen oder so befragen.

Eigenen Senf dazugeben?

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