Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Eine Art Trainingsprogramm.

Kategorie: Hausmusik

Letztlich ist mein Wiedereinstieg ins Gitarrespiel durchaus vergleichbar mit dem ins Laufen: Im Grunde weiß ich, wie man es macht, aber alle Fertigkeiten, welche sich mangels Gebrauch zurückentwickelt hat, wollen wieder aufgebaut werden.

Durch das Schallloch meiner Gitarre.Körperlicherseits wären da zunächst die Kraft in den Fingern der linken Hand sowie deren Beweglichkeit. Manches kann ich derzeit noch nicht wieder spielen, weil ich einfach die Finger nicht weit genug auseinanderspreizen kann. Dann kann ich auch besser an sauberem Spiel arbeiten.

Mein Zittern macht vor allem rechts Probleme, an meiner Zupfhand. Erschwerend kommt hinzu, dass die Fingernägel noch viel zu kurz sind, was ich vor allem beim Gebrauch des Ringfingers merke.

Mein schlechtes Konzentrationsvermögen und die schlechte Ausdauer dabei gleiche ich durch Pausen aus. Ich spiele eine kurze Weile, dann Pause, dann spiele ich wieder und so weiter. Meine Arme wissen dies auch zu schätzen.

Was mir sehr gut gefällt: Ich spiele erst seit einer Woche wieder- aber es klingt nicht danach. Ich fange doch nicht ganz bei Null an!

Im „Trainingsprogramm“ habe ich derzeit:

Übungstagebuch (Inhalt siehe Text)„Melancholy Galliard“ von John Dowland. Das ist gut für Koordination und Kraftaufbau und außerdem sehr schön.

„Pavane Nr. 1“ von Luis Milan: Ein nicht zu schweres Stück, wobei ich allerdings große Probleme hatte mit der Präzision im Takt. Wozu aber gibt es das Metronom? Früher fand ich das grässlich und kam überhaupt nicht zurecht damit*1. Heute geht es prima und das Stück klingt immer besser.

„Etudes simples Nr. 1“ von Leo Brouwer. Das konnte ich sogar vom Blatt nudeln, denn es ist nicht schwer, wirklich nicht. Das nehme ich zum Lockern zwischendrin.

Heute habe ich mich entschlossen, noch „Prelude Nr. 3“ von Heitor Villa-Lobos*2 dazuzupacken. Das hatte ich damals® etwa zeitgleich mit der Pavane von Milan bearbeitet*3, also relativ früh in meiner Entwicklung. Mit Lobos kommt das Turnen über das Griffbrett, allerdings hier in einem zu bewältigenden Maße.

Sich gleich drei Stücke (Brouwer zählt nicht, der macht kaum Arbeit) gleichzeitig draufzuschaffen ist zwar relativ viel, jedoch habe ich derzeit genug Zeit dafür. Außerdem fange ich, wie erwähnt, nicht ganz bei Null an, und außerdem übe ich damit sehr verschiedene Dinge ein, die ich brauche.

Ich fühle mich, als sei mir ein Körperteil nachgewachsen*4.

Verzapft am 10. August 2017, so um 09 Uhr 30

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