Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Das Gerät.

Kategorie: Hausmusik

Der Apparat sieht ein wenig aus wie eine Kreuzung aus Klappspaten und Verkehrsunfall. Aber er ist schon eine Gitarre. Der Hals sieht verkehrtherum aus, an dem Gebilde ist kein richtiger Korpus, sondern eine Art Gestänge in Form eines Korpusumrisses.

Aria Sinsonido in zusammengebautem Zustand.Aria Sinsonido nackt, dh ohne den Korpus ersetzende Seitenteile. Sieht aus wie ein Spaten.Aria Sinsonido zerlegt mit den Bügeln auf dazugehöriger Tasche, alles zum Größenvergleich auf normalem Gitarrenkoffer.

Kein Korpus bedeutet: Kaum hörbare Geräusche ohne Kopfhörer oder Lautmachmaschinen. Und genau das ist der Sinn der Sache für mich, bzw. einer von zweien. Ich habe bekanntlich ziemliche Schlafstörungen, und wenn ich nicht schlafen kann, dann kann ich üben. Wenn ich das mit meiner Imai*1 machen würde, dann wären die Nachbarn verständlicherweise unbegeistert, den das Instrument ist ziemlich laut.

Der zweite Zweck ist: Die Gitarre ist extrem kompakt. Dadurch, dass die Stimmmechaniken, sozusagen der Kopf, hinter der Brücke liegt, dort, wo sonst Korpus wäre, ist sie quasi Kopflos und damit ein ganzes Stück kürzer als eine „richtige“ Konzertgitarre. Außerdem kann man die Korpussimulationsbügel abnehmen und separat in das kleine Täschchen packen. Damit ist sie im Transportzustand sehr kompakt. Da sie zudem weniger empfindlich gegen Stöße ist, brauche ich keinen Transporttresor, der das alles noch unhandlicher macht und vor allem auch noch schwer.

Mit Gitarre und Hund zu reisen war deswegen ein wenig beschwerlich. Das ganze Gepäck muss außerdem noch irgendwo verstaut werden. Und da ich im Urlaub erstens wegen Hellhörigkeit gut gehört werden konnte*2 und ich weiters nachts gelegentlich nicht schlafen konnte, kam ich auf die Idee, so etwas zu suchen. Und meine Liebste bestand darauf, mir das Ding, mit dem ich liebäugelte, unbedingt schenken zu wollen.

Die Lieferung (es kam aus dem Vereinigten Königreich) war etwas spezieller, davon berichte ich separat.

Die Bedienungsanleitung zur Aria Sinsonido auf Japanisch.Die Bedienung ist einfach genug, um alles selbst herauszufinden, was man braucht. Das ist auch besser so, denn die Bedienungsanleitung, die ich noch in der Tasche fand, gab es nur auf Japanisch. biggrin

Auf jeden Fall: Der mitgelieferte Kopfhörer ist für die Tonne. Mit einem besseren solchen klingt das Instrument gar nicht so übel. Spielen lässt sie sich recht gut, besser als erwartet. Und dass sie so flach ist wie eine E-Gitarre ließ mich befürchten, dass sich das aufs Zupfen auswirkt. Aber nix da: Einer der beiden oberen Bügel ist nach hinten gebogen und fungiert damit quasi als Abstandhalter.

Dass sie kopflos ist macht mir mehr Kopfzerbrechen: Die Orientierung am Hals ist schwieriger. Und sie hat nur eine Markierung am siebten Bund, aber das macht nichts, denn bei einem Instrument dieser Kategorie habe ich keine größeren Hemmungen, mir bei fünf und zwölf selbst welche hinzumalen.

Und zu stimmen ist auch noch gewöhnungsbedürftig. Nicht wegen der mittelprächtigen Mechaniken, die mich luxusgitarrenverwöhnten Heini etwas strapazieren. Aber die sind halt am falschen Ende der Gitarre. biggrin

Aber ich bin gut zufrieden. Ich kann sie ohne Umstände transportieren, ich kann spielen, ohne jemanden zu stören oder mich zu genieren. Ginge auch auf der Arbeit in der Mittagspause. smile

Verzapft am 28. September 2017, so um 18 Uhr 09

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