Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

13. Oktober 2011

Böser Hund!

Kategorie: Erlebtes

Hund Bruno wird gezwungen, böse zu gucken.

Sogar Bruno kann böse gucken, wenn man ihn dazu zwingt. Obwohl, irgendwie sieht es weniger aus wie „Pöhser Hund“, vielmehr wie „Pöhse Ratte“.

[ 11 Uhr 13 ] - [ 1 Kommentar ]

12. Oktober 2011

Locomotive Breath.

Kategorie: Erlebtes

Teilzeithund Bruno mit Stock.Heute habe ich ihn fertiggemacht! Aber richtig!

Ein wenig Sport, so dachte ich, könnte Bruno gut tun. Die Kalorien vom Kuchen abstrampeln. Allerdings bin ich selbst nicht mehr so fit wie zu meinen
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[ 14 Uhr 31 ] - [ 3 Kommentare ]

10. Oktober 2011

Verfressenes Mistvieh!

Kategorie: Erlebtes

Unser Teilzeithund Bruno hat zwar recht viele Freiheiten bei seinem Herrchen, ist aber trotzdem fast brav. Fast. Und solange man in Sichtweite ist. Er macht zwar keinen groben oder gar destruktiven Unfug, wenn er sich unbeobachtet wähnt. Meist geht es ums Fressen. Er weiß, daß er nicht in die Küche darf. Er würde das auch
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[ 11 Uhr 34 ] - [ 5 Kommentare ]

04. Oktober 2011

Song Stick of Joy.

Kategorie: Erlebtes

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre, als der Brotkasten des Commodore64 noch auf dem Siegeszug durch Haushalte, Kinder- und JugendzimmerInnen war, besaß auch ein mit mir
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[ 09 Uhr 13 ] - [ 3 Kommentare ]

01. Oktober 2011

Pflegenotstand, gewollt.

Kategorie: Erlebtes

Der Pflegenotstand droht schon lange nicht mehr.

„(...), der Pflegenotstand ist seit vielen Jahren unser ständiger Begleiter. Pflegende kompensieren seit vielen Jahren das ständige Versagen der Politik. Nur um es deutlich zu diffferenzieren: In der Politik wird Pflegenotstand als Form des Personalmangels begriffen. Tatsächlich meint Pflegenotstand aber eine „innere Not“ der Pflegefachperson, welche in der Arbeitsrealität erkennt, dass sie nicht die Pflege praktizieren kann, welche eigentlich für den betreuten Menschen wichtig wäre. Das führt auf Dauer entweder zur „Erkaltung“ oder zum „Burnout“; in jedem Fall lässt sich die therapeutische Beziehung zum Patienten so nicht aufrecht erhalten.“ (Michael Huneke, DBfK, via GoodCare.de)
Die Pflege liegt tot im Krankenhausbett.
Schon lange werden Pflegekräfte gnadenlos verheizt. Kanonenfutter. Die Realität läßt viele KollegInnen verzweifeln, versagen und ausbrennen. Schöne Dinge lernt man in der Ausbildung. Doch wozu? Wie sollen die von der fallpauschalisierten Hektik des real existierenden Alltags gehetzten SchwesterInnen und Schwestern noch Maßnahmen wie Basale Stimulation, Kinästhetik und vieles mehr unterbringen? Selbst für ein pflegerisches Gespräch ist die Zeit recht mager, und im Hinterkopf tickt erbarmungslos das Zeiteisen und erinnert daran, was alles gerade liegenbleibt: Papierkram. Checklisten. Dokumentation. Ach ja, und andere PatientInnen ja auch noch so nebenbei.

Hauptsache, die Pflege ist billig. Billig um jeden Preis. PatientInnen, BewohnerInnen und KlientInnen zahlen ihn doppelt. Denn sie sind diejenigen, die dem Mangel nicht entfliehen können. Dem Mangel an Zuwendung, ja auch an lebenswichtiger Versorgung.

Jedes Mittel ist recht, Personal einzusparen und dies zu rechtfertigen mit angeblichen Finanzproblemen, die manches Mal nur schwer zu glauben sind angesichts der Dienstfahrzeuge der Direktion beispielsweise.
Und wirklich jedes Mittel. Die Sparwut ist zumindest bei den Altenheimen offenbar so weit gediehen, daß mindestens zwanzig Prozent dieser noch weniger Pflegekräfte beschäftigen als gesetzlich vorgeschrieben. Wobei die gesetzliche Vorschrift schon dürftig genug ist.

Kümmern tut sich anscheinend niemand so richtig darum. Vielleicht, weil die Kümmerlinge ihre Angehörigen dank ihrer großzügigen Bezüge besser unterbringen können? Keine Ahnung.
Das Personal wird verheizt. Die Kundschaft wird verheizt. Was zählt, ist der Gewinn. Der finanzielle, nicht der menschliche.


Dank an Big Al für den Link zum Welt.de-Artikel.

[ 19 Uhr 17 ] - [ 7 Kommentare ]

Ende des Beschäftigungsverhältnisses.

Kategorie: Erlebtes

Nun bin ich, nachdem ich so gut wie mein gesamtes Berufsleben in derselben Klinik verbracht hatte, die letzten Monate aber wegen Nichtmehreinsetzbarkeit vom Dienst freigestellt war, auch offiziell arbeitslos.

Psychisch krank, schwerbehindert, arbeitslos- fehlt eventuell noch etwas?

Mittlerweile sehe ich die Kündigung entspannter. Denn ich sehe selbst, daß ich für die Pflege nicht mehr tauge. Kein Groll mehr. Aber auch keine Angst mehr vor der Zukunft. Es wird schon gehen, irgendwie.

Und was kommt jetzt?

Zunächst bekomme ich sechs Wochen medizinisch-berufliche Rehabilitation in einem Spezialzentrum am Arsch der Welt in Saarbrücken. Man wird dort gucken, mich möglichst fit zu bekommen und außerdem, was man mit mir noch anzufangen ist.

Der Amtsarzt schließt für mich Hektik, Zeitdruck und sonstigen Streß absolut aus. Mit Stempel drauf. Ein Studium schaffe ich eh nicht, dafür bin ich zu blöde. Das macht die Orientierung sehr viel einfacher. So bleiben kaum Berufe übrig. biggrin Ich glaube, im Gesundheitswesen zu bleiben wäre nicht ganz verkehrt, so ginge mein Wissen nicht ganz verloren für andere. Was beratendes vielleicht. Mal sehen. Mehr weiß ich noch nicht. Einen Schritt nach dem anderen tun, so stolpere ich nicht so schnell.

[ 00 Uhr 01 ] - [ 6 Kommentare ]

26. September 2011

Hund hört andächtig Metal.

Kategorie: Erlebtes

Teilzeit-Töle Bruno lauscht andächtig den Klängen von Metallica.

[ 12 Uhr 06 ] - [ 6 Kommentare ]

21. September 2011

Gute Nacht, Schrank!

Kategorie: Erlebtes

Frisch zusammengebauter Nachtschrank.Als Handwerker werde ich wohl niemals Ruhm erlangen. Fasziniert starre ich die Gesellenstücke frisch gebackener Schreiner oder anderer HandwerkerInnen an und frage mich: Wie geht das?

Meine Versuche, selbst etwas zurechtzuzimmern waren bestenfalls leidlich erfolgreich. Selbst dieses Fertigzeug aus Schweden oder Münster (RS) kann ich zwar anhand der in der Tat auch Analphabeten (Kein Text, nur sehr gute Grafiken) lesbaren Bauanleitung zusammenbauen, aber selbst das wird nie wirklich perfekt. Auf dem Bild linker Hand seht Ihr das nicht so, die schiefen stellen sind alle zum Glück dort, wo man sie nicht sehen kann.

Obwohl ich in der Tat zielstrebig sein kann: vor über zwölf Jahren montierte ich mal gänzlich alleine und ohne jegliche Hilfe einen gewaltigen Kleiderschrank mit Falttüren, der laut Beschreibung eigentlich zweier Bastler bedurft hätte. Einen Akkuschrauber hatte ich nicht, die Schlagbohrmaschine umzufunktionieren wäre zu grob gewesen, wäre ich denn überhaupt darauf gekommen. Um die hundertdreißig winzige Schrauben und Schräubchen. Und ich schuf es binnen sechs Stunden, das massivhölzerne Monstrum zu errichten.

Auch kann ich prinzipiell Regale und ähnliche Objekte an die Wand dübeln. Und Lampen. Letzteres allerdings noch ungerner, seit ich dabei mal unter Strom stand.
Und irgendwie sehen Dübel samt Löchern immer (und wirklich immer!) extrem unprofessionell aus. Wobei ich erstaunt bin, wie lange die dann halten.
Lieber lasse ich so etwas Leute machen, die das auch können. Sieht besser aus und geht schneller.

Nun dieses Schränkchen, eines von zweien. Eigentlich ganz einfach und nicht häßlich, auch wenn es einen ziemlich bescheuerten Namen trägt. Doch danach war ich fertig, fix und. Der andere Nachttisch kommt morgen dran, mir fehlt eindeutig Kondition. Doch auf eines bin ich stolz: Ich habe auf den Türanschlag geachtet und nicht beliebig montiert.

[ 15 Uhr 57 ] - [ 3 Kommentare ]

14. September 2011

Leihschüler.

Kategorie: Erlebtes

Zwar war ich nie wirklich musikalisch beziehungsweise talentiert, aber ich liebte die Gitarre und spielte den ganzen lieben langen Tag. Ich kam von der Schule nach Hause, aß zu Mittag und dann ging ich in meine Bude unterm Dach, kochte Tee und griff zum Eierschneider.
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[ 10 Uhr 18 ] - [ 4 Kommentare ]

09. September 2011

Karriere. Vielleicht ein bißken.

Kategorie: Erlebtes

Vorgestern telephonierte ich mit der Rentenversicherung, weil ich nun schon drölfzig Jahrhunderte auf die Bearbeitung meines Antrags auf beruflichen Rehabilitationskrempel wartete. Das sei noch beim Medizinischen Dienst in Arbeit, sagte man mir, und so wußte ich Bescheid und war erstmal zufrieden.

Heute allerdings holte ich schon die Nachricht aus dem Briefkasten, daß mir medizinisch-berufliche Reha empfohlen und bewilligt sei. Hups, war das plötzlich! Sechs Wochen vorraussichtlich werde ich dann getrennt sein von meiner Liebsten, das wird hart! Das vorgesehene Zentrum ist nicht eben ums Eck.

Die wollen dabei auch feststellen, wofür ich, wenn überhaupt, noch zu gebrauchen bin.

Nun füge ich mich in mein Schicksal.

[ 17 Uhr 33 ] - [ 12 Kommentare ]

15. August 2011

Von Kajaks, Kanadiern und Eskimo-Tieren. Teil Dro. Äh, Drei.

Kategorie: Erlebtes

Vom Kanuverein wurden auch Freizeiten geplant, zum Beispiel Richtung Gebirge für Wildwasserfahrten. Gebirgsgewässer sind üblicherweise eiskalt, das Wasser spritzt und man kippt auch schon mal um und nimmt ein Bad. In Eiswasser zu baden kann unbekömmlich sein, deshalb empfiehlt sich deshalb ein Neoprenanzug.

Kajak-Zeichnung.Diesen konnte ich beschaffen. Das heißt, mir schenken lassen, denn für mich damaligen Jungspund, der ich noch nicht mal in der Oberstufe war, wäre das nicht zu bezahlen gewesen. Nun hatte ich also Schutz vor kaltem Wasser. Und nun?

Natürlich kann man auf wildem Gewässer auch kentern. Umkippen. Kopfunter im Wasser landen. Schwimmen und gleichzeitig das teure Kajak zu bergen wäre ziemlich schwierig bis unmöglich. Die Inuit haben einst das entwickelt, was heute Eskimo- oder auch Kenterrolle genannt wird. Dies wurde vorher geübt. Außerhalb der Saison, wenn sonst nix los war im Verein. Natürlich nicht im eisigen Draußen, sondern in Badehose im Schwimmbecken. Ich saß also im Kajak, den Einstieg mit einer Spritzdecke verschlossen habend. Eine Spritzdecke ist vom Material einem Südwester nicht unähnlich. Nach oben wird sie mit hosenträgerartigen Dingern gehalten. Am Bauch dichtet ein Gummizug ab, und der Rest wird in einer Rille rund ums Einstiegsloch eingespannt. Wenn das Kajak mit Wasser voll ist, ist das Rollen sehr viel schwerer.

An Bug und Heck stand jeweils ein Sportkamerad. Um das Boot umzukippen. Man sollte eine Nasenklammer tragen- Chlorwasser in der Nase fühlt sich nicht erfreulich an. Um wieder hochzukommen und weiterpaddeln zu können, mußte ich mich sozusagen nach oben beugen, in Richtung Wasseroberfläche. Aber nicht darüber! Und den Kopf, der sowieso als letztes das Wasser verläßt (Hebelwirkung!), möglichst nah ans Boot. Das Paddel richtete ich parallel zum Boot aus, das bugseitige Blatt auf der Wasseroberfläche legend. Und dann mit kräftigen Zug einen Viertelkreis beschreibend von der Wasseroberfläche wegdrücken und gleichzeitig einen Hüftschwung (aber nicht wie Elvis) in die gleiche Richtung machen. Klingt einfach. Aber man muß es schon eine Weile üben, denn allein unter Wasser Ruhe zu bewahren ist nicht einfach, und dann alles richtig zu koordinieren...

Natürlich läßt Dich niemand ertrinken. Du ziehst vorne an einer Schlaufe die Spritzdecke ab und steigst einfach aus. Boot an den Beckenrand, ausleeren, fertig, weitermachen.

Woran das Projekt Wildwasser scheiterte, weiß ich nicht mehr, jedenfalls habe ich nie ein Wildgewässer befahren. Den unbenutzten Neoprenanzug bekam einige Jahre später meine kleine Schwester zum Surfen. So wurde er doch noch genutzt.

[ 14 Uhr 43 ] - [ Noch kein Kommentar ]

14. August 2011

Von Kajaks, Kanadiern und Eskimo-Tieren. Teil Zwo.

Kategorie: Erlebtes

Wir hatten als Minderjährige natürlich nicht die Möglichkeit, mit Auto und dem großen Bootsanhänger zu anderen Gewässern zu kacheln, weshalb wir alltags nur auf der Werse schipperten. Gelegentlich allerdings wurden Touren organisiert, zum Beispiel auf die Lippe und so. Das brachte Abwechslung.

Kajak-Zeichnung.Die Saison ging eigentlich nur über die wärmere Jahreszeit. Im Frühjahr war Anpaddeln, im Herbst wurde irgendwann abgepaddelt. Im Winter passierte sehr viel gar nichts außer den üblichen Verdächtigen wie Weihnachtsfeier und Jahreshauptversammlung (an der ich immer teilnahm, mich aber tödlich langweilte, weil ich nichts begriff als vierzehnjähriger Bub). Bis ein Sportkamerad die Idee hatte, daß die hartgesotteneren Kanuten winters eine Telephonkette bilden könnten. Denn wegen Schmelzwassers waren im Winter etliche Gewässer befahrbar, die sonst zu schmal und flach waren, wie zum Beispiel der Eltingmühlbach oder die Aa, die sonst ein betoniertes Rinnsal war, schmaler als das Kanu selbst.

Vom Aasee bis zur Ems fuhren einmal. Das war eine ganz neue Erfahrung- statt wie gewohnt Uferböschungen war das zu einem reißenden Flüßchen angeschwollene Rinnsal direkt von Häuserwänden eingesäumt.

Daß der Winter nicht gerade die Hauptsaison war hatte einen im Wortsinne handfesten Grund: kalte Finger, kalte Hände. Eiskalt. Auch Handschuhe halfen kaum, denn irgendwann waren auch sie mit eisigem Wasser durchtränkt. Zwar hatten viele Paddel eine Art Ring um den Griff, der das vom gerade erhobenen Blatt triefende Wasser abfangen sollte, doch die Wirkung hatte Grenzen. Aber im Winter zu fahren machte beinahe mehr Freude als im Sommer, wenn ringsum alles weiß beschneit war und man weder Schmutz noch Müll erblickte.

[ 14 Uhr 16 ] - [ Noch kein Kommentar ]

13. August 2011

Von Kajaks, Kanadiern und Eskimo-Tieren. Teil Eins.

Kategorie: Erlebtes

Ich war 1985 bekanntlich neu in Münster. Was lag also näher als ein (Sport)Verein?
Nun, an Leichtathletik und Fußball war ich schon in Gießen gescheitert. Vielleicht also eine etwas weniger leistungsorientierte Sportart?

Wie ich aufs Kanu kam, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls gab es unweit von meinem Zuhause (also etwa vier Kilometer mit dem Rad!) neben einem Campingplatz auch einen Kanuverein.
Ich durfte, und so ging ich dort hin, mit zwei Klassenkameraden im Schlepptau. Einer der Senioren des Vereins lebte sozusagen nebenan auf dem Campingplatz und erklärte uns das Nötige: Wie wir uns im Fahrtenbuch eintragen (Name, vor Beitritt zusätzlich GAST dahinter, Strecke, welches Boot etc.), wie man einsteigt ins Kajak (diese Eskimoboote), und vor allem: wie man paddelt.

Kajak-Zeichnung.Ein richtiges Doppelblattpaddel hat die Paddelblätter nämlich um 85° versetzt angebracht, anders als beim Bootsverleih. Deshalb gibt es auch LinkshänderInnenpaddel. Beim Kanadier (Indianer) ist das schnurz, der hat ein Stechpaddel, so wie im Film. Deswegen muß man es immer etwas drehen, denn taucht man das Paddel nicht richtig ein, dann hängt man sehr schnell kopfunter in der Brühe. Und bei dem Fluß, an welchem das Bootshaus lag (die Werse), war diese Vorstellung nicht eben angenehm, denn das Wasser ist schmutzig und überdüngt, im Sommer kommen noch ein fieser schleimiger Film und verwesende Tierkadaver hinzu.

Wir waren irgendwann zu viert, und ich war der einzige, der niemals gekentert war.

Aller Anfang ist schwer. Beim Kanufahren ist der schwere Anfang das Geradeausfahren. Ständig dreht sich das Boot im Kreis, bis man irgendwann einmal das Gespür dafür hat. Und bald paddelten wir den Fluß auf und ab, sogar bis Angelmodde hinauf, das waren 10,5 Kilometer, also insgesamt 21. Einmal machte ich mit einem Kumpel auch eine regelrechte Ochsentour: Ein Sportkamerad hatte uns von einer richtigen Runde erzählt: Die Werse abwärts bis zur Ems. Von dort am umtragen auf den Dortmund-Emskanal und dann Richtung Hiltrup. Dort fließt der Emmerbach, von dem aus man oberhalb des Bootshauses bei Wolbeck wieder in der Werse landet. Immer mit dem Strom. Zusammen vierzig Kilometer.

Wir teilten uns die Tour in zwei Tage ein. Wir zelteten bei einem Bauern (dessen Neffe ein Klassenkamerad war). Noch nie und niemals wieder habe ich derart schnell ein Zelt aufgebaut- ein fürchterlicher Platzregen. Die Bäuerin gab uns erstmal Jogginganzüge von ihrer Tochter, während unsere Sachen beim heißen Tee am Kachelofen trockneten.

Am folgenden Tag ging die Tour dann weiter. Und wir stellten fest, daß unsere Planung eine grobe Macke hatte: Bis zum Bauern waren es zehn Kilometer gewesen. Also hatten wir noch dreißig. Und wir mußten an der Schleuse vorbei umtragen, und die Kajaks waren vollgepackt und schwer, und wir hätten weit schleppen müssen.

Doch dank des Feiertages war kaum Verkehr auf dem Kanal, und der Schleusenwärter rief uns per Lautsprecher zu, wir sollten zu zwei kleineren Schiffen in die Schleusenkammer. Das war recht spannend. Nur wurde, als die Boote wieder anfuhren, das Wasser furchtbar aufgewühlt, und wir hatten Mühe, uns zu halten.

Irgendwann in Wolbeck spätestens tat uns alles weh. Zurück in Handorf noch mehr als alles. Aber stolz waren wir über unsere Leistung.

[ 13 Uhr 51 ] - [ Noch kein Kommentar ]

09. August 2011

Der Damaris ihre Freude.

Kategorie: Erlebtes

Im Sommer 1985 war ich gerade von Gießen nach Münster gezogen worden, ich war dreizehn Jahre alt und hing noch sehr an meinen alten Freunden dort, die ich so oft als möglich besuchte. Was nicht das Problem war, ich konnte
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[ 10 Uhr 50 ] - [ Noch kein Kommentar ]

01. August 2011

Alles Memmen heutzutage!

Kategorie: Erlebtes

Ich lebte bekanntlich® bis zu meinem dreizehnten Lebensjahr, also bis 1985, im Gießener Stadtteil Kleinlinden. Ein beschauliches Dorf, ruckzuck war man in der Wildnis. Oder im Freibad. Weit war es nicht zu gehen, und teuer war es damals® auch nicht. So verbrachten wir den Sommer, wenn wir uns nicht gerade im Wald skalpierten oder Friedenspfeife rauchten, abwechselnd im kühlenden Wasser oder auf der Liegewiese oder umgekehrt.

Es war herrlich erfrischend. Wir fanden es jedenfalls klasse. Und so brandete ein Sturm der Empörung los, als bekannt wurde, daß man das immer überfüllte Bad zu schließen gedachte. Die Bevölkerung stand geschlossen auf gegen dieses Ansinnen, und ich stand mit. Demonstrationen, Anhörungen, überall waren auch wir Kinder dabei, auch wenn manche Veranstaltung mehr als langweilig war.

Der Einsatz lohnte sich- das Bad gibt es noch heute. Und es ist bis heute ungeheizt. Wie damals®, als wir uns wunderten, wenn das Wasser mehr als siebzehn Grad hatte.

Nun hat man in Münster Stapelskotten saniert, geheizt mit Sorlardingens. Nicht sehr effektiv in diesem Winter Sommer. Und alle mosern wie bekloppt, auch in den Leserkommentaren im Käseblatt-Artikel darüber, daß die Leute mosern wie bekloppt über kaltes Wasser im Freibad. Wollen die Leute gekocht werden im Hochsommer (wenn es denn einer wäre, so daß die Anlage auch heizte) oder sich abkühlen?

Memmen.

[ 22 Uhr 40 ] - [ 1 Kommentar ]

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