08. Februar 2011
Der Feuerkuchen ist noch nicht gebacken, der Salamander noch nicht reif!
Kategorie: Literarisch
Der Feuerkuchen ist noch nicht gebacken, der Salamander noch nicht reif!
Die Flammen züngeln um Dein Schwert aus Silber.
Doch Labsal zieret sich, gewaltig nehmen lassen ist ein ander Ding.
Dich und mich verzehrt die Flamme, die den Salamander nährt.
Der Feuerkuchen ist noch nicht gebacken, und die Labsal zieret sich,
Der Salamander noch nicht reif.
(Ulf Hundeiker, 8. Februar 2011)
[ 21 Uhr 47 ] - [ 3 Kommentare ]
07. Februar 2011
Drafi Deutscher ist auferstanden! Oder: Wohin mit der Leiche?
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Aber nur in meinen Träumen und auch dort nur kurz.
Meinen Träumen messe ich eigentlich nur wenig Bedeutung bei und denke nicht weiter darüber nach. Aber vergangene Nacht...
...saßen meine Liebste und ich, irgendwarum auch immer hintereinander, im Flugzeug auf einem Langstreckenflug. Sie hinter mir, und links neben ihr am Fenster saß ausgerechnet Drafi Deutscher. Keine Ahnung, wieso ausgerechnet Drafi, aber das war noch das geringste Problem, denn irgendwann stellten wir fest, daß er still und leise gestorben war. Und rätselten kurz, was denn nun das Bordpersonal tun werde mit der Leiche. Die Frage beschäftigt mich immer noch, denn auf langen Flügen kann so etwas ja schon mal passieren, und wenns über den Atlantik oder Pazifik oder so geht kann man ja meist nicht gut zwischenlanden, um den irgendwie in den Frachtraum zu packen. Und da sitzenlassen kann man ihn auch schlecht. Mich persönlich würde das zwar nicht besonders stören, Leichen tun nichts, außer in Filmen. Aber andere sehen das in der Regel anders, und noch diverse andere Dinge sprechen dagegen.
Wohin mit der Leiche?
[ 10 Uhr 35 ] - [ 1 Kommentar ]
06. Februar 2011
Politiker müssen schweres Trauma haben - diesmal: Kristina Schröder, CDU.
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Was haben wir Pflegenden diesen PolitikerInnen eigentlich angetan? Nachdem neulich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Ansichten gleichsam forderte, das Niveau in der Kranken- und Altenpflege deutlich zu senken und ungelernte Hartz-IV-Empfänger sozusagen in die Pflege zu entsorgen, kommt jetzt die (buchstäbliche) Familien-, Gesundheit- und Senioren und Wattweißichministerin auf derart dämliche Ideen. Wahrscheinlich saugt sie der Braten in der Röhre aus, anders kann ich mir das hier nicht erklären.
„Gerade solche aus bildungsfernen Schichten, die wegen schlechter Zeugnisse den Einstieg nicht geschafft hätten“, könnten in Pflegeberufen unterkommen, sagte Schröder. Wer sich als Pflegehelfer bewähre, solle künftig „unabhängig von den Schulnoten die Chance erhalten, sich zum Altenpfleger weiterbilden zu lassen“.
Da sieht man mal wieder, was dieses Gesocks von uns hält. Ich fasse das jedenfalls als Beleidigung meinereiner und meines Berufsstandes auf.
Bäh.
### Update ###
Fax an die Ministerin, auch wenns nichts bringen wird:
Sehr geehrte Frau Ministerin Schöder,
Ich weiß nicht, was wir Pflegenden Ihnen angetan haben, dass Sie unseren Berufsstand derart gering schätzen. Ihren Äußerungen zufolge meinen Sie, zum Pflegeberuf reiche ein absolut unterirdischer Intelligenzquotient. Das finde ich extrem unfair, da wir Pflegenden seit Jahrzehnten danach streben, die Qualität unserer Arbeit zu maximieren.
Mit Ihren Bestrebungen torpedieren Sie genau das. Wir professionellen Pflegekräfte werden künftig wohl vollauf ausgelastet sein damit, auf die von Ihnen in die Pflege geschaufelten Kräfte aufzupassen, um zumindest das schlimmste zu verhindern.
Sie jedoch wird das nicht betreffen, denn Sie werden sich jederzeit einen Stab an Vollprofis leisten können.
Mit verärgerten Grüßen
Ulf Hundeiker, Krankenpfleger, Praxisanleiter
[ 15 Uhr 30 ] - [ 6 Kommentare ]
Was mache ich, wenn ich ein Monster pflegen muß?
Kategorie: Vergangen
Auch Monster brauchen mal Pflege. Ich hatte etliche mit Blutgruppentätowierung, deren genauere Geschichte ich nicht kannte. Ich habe auch meist nicht gefragt. Da waren aktive Nazi-Skinheads bei und ein höheres Tier aus dem Reichssicherheitshauptamt, der Terrorzentrale der Nazis. Und Pr****er, der sogar mal suspendiert worden war, weil er M*******r vergew***igt hatte. Letztere Individuen bzw. deren Sorte (kommen in der Tat schon mal vor) und auch Mubarak, der demnächst angeblich Gesundheitsurlaub in Heidelberg machen soll, sind nicht gerade diejenigen, um die sich die Pflegenden reißen. Aber auch wenn es manchmal schwer zu glauben ist, auch dies sind Menschen, und ich habe einen Auftrag auszuführen, und der heißt nicht verurteilen und richten.
Dienst nach Vorschrift. Liebevoll kann ich da nicht mehr sein.
Dienst nach Vorschrift. Mehr würde nicht nur mir sehr schwer fallen.
[ 11 Uhr 54 ] - [ 1 Kommentar ]
Der Sonntagskuchen.
Kategorie: Vernetzt
Eigentlich bin ich nicht so der Kuchenesser, aber diese Törtchen und Küchlein sehen so recht nach meinem Geschmack aus. ich hoffe, die sind so lecker wie sie aussehen! Kuchen besuchen
[ 09 Uhr 52 ] - [ Noch kein Kommentar ]
05. Februar 2011
Ich weiß nicht, ob ich wirklich gut bin.
Kategorie: Vergangen
Bin ich ein guter Krankenpfleger? Schwer zu sagen, denn: Schließlich gibt es mehr als nur einen Maßstab.
Fachlich betrachtet habe ich einiges an Wissen und kann dieses auch vermitteln.
Aber: Ich habe oft Probleme, mich zu konzentrieren. Danke, Schwarze Lady, Du blöde Kuh! Weshalb ich gelegentlich, also ziemlich oft, Dinge vergesse, vor allem organisatorisches und bürokratisches.
Aber ich bin glaube ich ein netter Mensch. Doe PatientInnen lieben es, wenn jemand auch mal die Situation mit einem SCherz entkrampf.
Jeder arbeitet so, wie er es am besten kann. Denke ich. Ich kann nicht viel. Aber das mache ich dann richtig.
[ 11 Uhr 30 ] - [ 5 Kommentare ]
04. Februar 2011
Der Winter in der Seele.
Kategorie: Verrueckt
Zur Zeit lebe ich nicht so einfach herum wie sonst. Der Winter hat sich auch in meine Seele geschlichen und friert die Gelenke meiner Gedanken steif. Immer wieder vor Dienstschluß, quäle ich mich mit den Gedanken: Was habe ich diesmal alles vergessen, was habe ich schlecht ausgeführt? Wird die andere Schicht, die meinen Bereich übernimmt, sehr sauer sein?
Sollte tatsächlich mal etwas angemerkt werden, sehe ich mich bestätigt. Sagen die anderen nichts aber auch: Die wollen mich ja nur schonen, damit ich nicht noch depressiver werde. Oder aber sie haben es mit mir schon ganz aufgegeben und sehen einfach zu, daß sie meinen Mist nacharbeiten.
Liebe Schwarze Lady, das kannst Du ganz toll, mich niedermachen. Ich fühle mich zum Schichtwechsel manchmal wie ein Versager.
Und die Wahrheit? Ich bin schon sehr vergeßlich und etwas chaotisch. Aber grundsätzliche Anmerkungen in MitarbeiterInnengesprächen fallen eher moderat aus.
Komme ich nach Hause zu meiner Liebsten, dann verpißt sich die Schwarze Lady, und ich komme wieder selbst zum Vorschein.
Es ist noch lange nicht vorbei. Aber ich muß nicht wieder „rein“, ich bin recht stabil und komme mit dem Leben einigermaßen klar.
Dumm nur, daß diese blöde Dame in Schwarz immer wieder mein Getriebe versandet.
[ 16 Uhr 22 ] - [ 5 Kommentare ]
03. Februar 2011
Paracetamol - die Leber-Laus.
Kategorie: Vergangen
Nichts ist nur harmlos.
Ich kannte ihn schon vom letzten Mal bei uns. Er war Alkoholiker, hatte seine Limonade mit Schnaps verlängert, aber ich hatte es dennoch bemerkt. Den üblichen Vortrag über Leberzirrhose, elendes Verrecken und Möglichkeiten, sich helfen zu lassen, gehalten. Mehr kann ich da
[ Den Rest lesen ]
[ 17 Uhr 17 ] - [ 5 Kommentare ]
02. Februar 2011
Ernüchternd.
Kategorie: Vergangen
Unsere Onkologen machen ihre Fortbildungsveranstaltungen immer hochinteressant. Sogar ich mit meinen Konzentrationsschwierigkeiten bleibe eineinhalb Stunden bei der Sache.
Heute war das Bronchialkarzinom („Lungenkrebs“) dran. Eine extrem ernüchternde Veranstaltung. Der Doc verzichtete auf gruselige Bilder und lieferte gruselige Fakten und gruselige Zahlen.
Bin ich froh habe ich aufgehört mit Rauchen!
[ 18 Uhr 41 ] - [ 1 Kommentar ]
31. Januar 2011
Und täglich salbt das Murmeltier.
Kategorie: Verkohlt
Was mache ich mit einer Haarbürste? Ich bürste die Haare damit.
Was mache ich mit einer Klobürste? Ich bürste das Klo damit.
Was mache ich mit einer Zahnbürste? Ich bürste meine Zähne damit.
Und was mache ich mit einer Klosterbürste? .....Ääääääh?
Diese Klosterbürste, die vielleicht dazu dient, Klosterfrau Melissenscheißgeist zu verbürsten, wird mit salbungsvollen Worten auf murmeltiersalbe.org angepriesen, ebenso wie die Domainnamensgebende Murmeltiersalbe, die wegen der vom Murmeltier gefressenen (und verdauten) Kräutern irgendwelche nicht wissenschaftlichen Wirkungen haben soll.
Wie sich das mit den Murmeltieren verhält, weiß ich nicht. Aber sie könnten in der Homöopathie gut Anwendung finden: Ähnliches mit ähnlichem zu heilen (Simile-Regel) legt jedenfalls nach der Logik der Homöopathen nahe, daß eine Tinktur dieses schrill pfeifenden Nagetiers verdünnt, pardon, potenziert, meinetwegen als Murmeltier D20, gut gegen Tinnitus hilft.
Das soll jetzt nicht bedeuten, daß Ihr dieses Zeug unbedingt kaufen müßt. Ich glaube ohnehin, daß Hundsschmalz, innerlich angewendet, zumindest bei Schwindsucht, pardon, Tuberkulose besser hilft. Wobei das Schmalz am wirkungsvollsten ist, wenn der Hund schwarz war und bei Neumond um Mitternacht an einem Kreuzweg langsam verendet ist.
[ 21 Uhr 04 ] - [ 6 Kommentare ]
Mein kleines Glück.
Kategorie: Verrueckt
Schon morgens wenn ich mich aus den Kissen schäle, freue ich mich auf den Abend. Nicht, weil dann der Tag endlich vorbei ist. Nein. Aber der Abend, das Zubettgehen, darauf freue ich mich den ganzen Tag. Wenn ich mich ankuscheln kann an meine Liebste, die zusammengerollt im Bette liegt mit dem Rücken zu mir, an welchen ich mich dann schmiege, den Arm geschlungen um ihr Bäuchlein, ab und an die Wangen aneinanderreibend, dann spüren wir des anderen Nähe und Wärme. Dicht aneinandergekuschelt wissen wir: Wir sind nicht allein.
[ 08 Uhr 00 ] - [ 3 Kommentare ]
30. Januar 2011
Westfälische Nachrichten betrachten Dschungelcamp als Kulturgut!
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
Die Westfälischen Nachrichten, unser lokales Käseblatt, definieren den Begriff „Kultur“ neu. Was nun aus Goethe, Bach und Rembrandt wird, weiß ich nicht, passen sie doch nicht neben diese (zugegebenermaßen auch von mir geguckten, aber nicht als Kultur betrachteten) Hirnlos-Show. Doch diese Überreste des Privatfernsehens gehören offenbar nach der Auffassung dieser ehemaligen Zeitung in dieses Ressort.
Oder ist das schon Neusprech?
[ 16 Uhr 51 ] - [ 1 Kommentar ]
29. Januar 2011
Das Reichsfrühstückskreuz mit Lorbeer und Eichenschwertern.
Kategorie: Vergangen
Nein, ich habe mich nicht über ihn lustig gemacht, sondern versucht, ihn dort abzuholen, wo er stand. Körperlich war er noch sehr fidel, er zog sich auch jeden Tag an mit Schlips und Kragen. Deshalb sah er leider auch ziemlich normal aus und fiel nicht weiter auf. Er hätte so auch einen Flug nach Malle buchen können, ohne das etwas aufgefallen wäre. Die Fassade jedoch bröckelte bei etwas weniger unaufmerksamen Hinsehen schnell, und dahinter trat eine ziemliche Demenz hervor. Wegen seiner Unauffälligkeit mußten wir ihn regelmäßig im Hause suchen, denn er ging umher und fand natürlich nicht zurück, machte sich aber nichts daraus und setzte sich dann einfach auf die nächstbeste Sitzgelegenheit.
Nun denn, Frühstück... Eigentlich ist er körperlich in der Lage, sich dieses zurechtzumachen, aber zuerst war der Klappspaten wichtiger, den er und sein Kumpel im Nebenbett beim Reichsarbeitsdienst versust hatten. Sein „Kumpel“, der gut sein Sohn hätte sein können, trug dieses alles mit viel Humor. Naja, ich schaffte es irgendwie den Focus auf das Frühstück zu lenken. Zwei Brötchen, Butter, Wurst, Konfitüre, Kaffee. Eine Herausforderung in diesem Fall für den zum Glück stets gut gelaunten Herrn. Nach fünf mühsamen Anläufen begann er sich doch zu erinnern, wie man sich ein Brötchen schmiert, er konnte dabei sogar beiläufig vom Reichsarbeitsdienst und anderen Unerfreulichkeiten erzählen. Die Art, wie er das tat, ließ darauf schließen, daß der Reichsarbeitsdienst derzeit Gegenwart für ihn war.
Nachdem ich die Tabletten in ihn hineindiskutiert hatte, stellte ich fest, daß er nun zurechtkam.
Beim Einsammeln präsentierte er mir stolz sein sauber und ordenlich abgeräumtes Tablett und schrie geradezu nach Lob. Da zeichnete ich ihn eben aus mit dem Reichsfrühstückskreuz mit Lorbeer und Eichenschwertern. Und wie er da happy war!
Aber nun müsse ich doch nach Hamburg!
„Hamburg? Häh?“
„Naja, Sie haben doch auf der Queen Mary angeheuert?“
„Nein, das war nicht ich, ich glaube, da verwechseln Sie mich. Ich werde nur seekrank. Ich bleibe erstmal bei Ihnen.“
„Ah so“. Und freute sich des Lebens.
Was hier irre komisch klingt, ist eigentlich ungeheuer traurig, sehr schwierig zu händeln, und für die Angehörigen ist es schon mal gar nicht leicht.
[ 19 Uhr 28 ] - [ 2 Kommentare ]
28. Januar 2011
Kleine Erfolge.
Kategorie: Vergangen
Nach meinen Nachtdiensten, in denen ich mir an einer ziemlich palliativen Patientin die Zähne ausgebissen hatte, machten meine Kolleginnen mit ihr weiter. Und, steter Tropfen höhlt den Stein- sie hatten mit ihr mehr Erfolg. Sie klingelte eines Abends, und ich ging hin, da die zuständige Kollegin gerade Übergabe machte.
Ob sie ein wenig Morphin haben könnte für eine ruhigere Nacht?
Aber sicher, gerne.
Sie hatte keine Atemnot mehr. Sie sprach lebendiger, dabei ruhiger und entspannter. Sie nahm Hilfe an. Sie fühlte sich zwar immer noch schlecht, aber etwas weniger schlecht immerhin.
Na, geht doch.
[ 11 Uhr 04 ] - [ 2 Kommentare ]
27. Januar 2011
241543903
Kategorie: Verschiedenes

241543903 - Frag nicht nach dem Sinn!
via
[ 22 Uhr 21 ] - [ 4 Kommentare ]


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