02. September 2010
Weißt Du was? Ich bleib jetzt einfach hier.
Kategorie: Vergangen
Eigentlich war alles ganz spontan. Eigentlich war alles total durchgeknallt. Eigentlich hätte das alles gar nicht so funktionieren können dürfen.
Meine Liebste wohnte noch in Winterthur/CH, als sie bei mir Urlaub machen wollend am 30. August um 21:04 Uhr im Hauptbahnhof zu Münster eintraf.
Kennengelernt hatten wir uns im Depressions-Selbsthilfeforum depri.ch. Schnell faßten wir Vertrauen zueinander und freundeten uns sozusagen an. Ich hatte Photos von mir eingestellt, und ich wollte nun auch mal sehen, wie mein Lieblings-Forenmitglied aussieht.
"Ich habe kein Bild von mir und meine Digitalkamera ist kaputt, außerdem hasse ich, photographiert zu werden. Aber in diesem und jenem Thread ist ein Bild von mir, da kannst Du gucken!", schrieb sie.
Ich erwiderte, daß ich nicht wirklich das Bedürfnis und die Geduld hätte, mich durch mehrere hundert Seiten von Beiträgen durchzuarbeiten. Ich müsse dann wohl bei ihr vorbeifahren.
Ein paar Tage später: Warum eigentlich nicht? Ich hatte noch einige Tage Urlaub. Ich hatte noch genug Geld. Ich hatte noch Lust, ein paar Tage zu verreisen. Ich machte Nägel mit Köpfen und kündigte mich für den 1. Mai an. Im Schlafwagen reiste ich nach Winterthur zu jemandem, den ich nur aus einem Forum kannte und den ich noch nie gesehen hatte.
In der dritten Nacht lag ihr Kopf in meinem Arm. Ich dachte mir noch nicht viel dabei.
Beim Abschied flossen Tränen. Ich dachte mir noch nicht viel dabei.
Bei Skype und im Forum bekam ich von ihr viele Bussi-Smilies. Ich dachte mir noch nicht viel dabei.
Bis ihr am 13. Juni endlich der Geduldsfaden riß und sie mir die Pistole auf die Brust setzte.
Ich brauchte Bedenkzeit. 24 Stunden. Das konnte doch nichts werden. Fernbeziehung. Kenne sie kaum. Kenne sie ausgerechnet aus dem Internet. Beide psychisch krank. Völlig verschiedene Hintergründe.
Ich sagte zu. Und fuhr seitdem ständig in die Schweiz zu meiner Liebsten. Bis sie dann mal Urlaub bekam. und an jenem 30. August 2009 um 21:05 eintraf.
Nach dem Frühstück am 2. September sagte sie:
"weißt Du was? Ich bleib jetzt einfach hier."
Und so geschah es.*1
- Anm. 1: Und im April 2010 haben wir dann geheiratet...
[ 05 Uhr 07 ] - [ 4 Kommentare ]
31. August 2010
Ich verstoße gegen die Programmrichtlinien von Google Ads.
Kategorie: Vernetzt
Post von Google aus dem puritanisch-verklemmten Amerika:
Hallo,
Bei der Überprüfung Ihres Kontos haben wir festgestellt, dass Sie derzeit Google-Anzeigen auf eine Art und Weise schalten, die gemäß unseren Programmrichtlinienhttps://weblog.hundeiker.de/?itemid=1533 Verstöße gegen die Programmrichtlinien von AdSense.
Gemäß unseren Programmrichtlinien dürfen AdSense-Publisher keine Google-Anzeigen auf Seiten mit nicht-jugendfreiem Content schalten. Neben Fotos und Videos, die nackte Körper oder sexuelle Aktivitäten zeigen, sind hier noch weitere Beispiele für inakzeptablem Inhalt:
* Anstößige oder provokative Bilder
* Grobe oder unangemessene Ausdrücke, einschließlich nicht jugendfreier Erzählungen
* Tipps oder Ratschläge bezüglich Sex
* Websites zu sexuellen Fetischen (z. B. Inhalte über Fußfetisch)
* Sexspielzeug oder -produkte
* Anzeigen oder Links zu externen Websites mit nicht jugendfreiem Inhalt
Aus diesem Grund haben wir die Schaltung von Anzeigen für die Website deaktiviert.
Biddeschön, wenn Ihr meint. Ich war wohl zu drastisch, zu provokant. Ich habe zwar eine potentielle JMStV-Freigabe ab zwölf Jahren, trotz diverser Kraftausdrücke, über die selbst Fünfjährige nur müde lächeln heutzutage.
Ich werde gar nichts unternehmen. Keine dreißig Euro in einem Dreivierteljahr hat mir das gebracht. Dafür, daß ich mein Blog verschandele damit, ist das etwas mager. Also stört mich das recht wenig. Für die paar Kröten übe ich keine Selbstzensur.
Eigentlich fühle ich mich sogar geehrt.
[ 23 Uhr 37 ] - [ 9 Kommentare ]
Die Zeugen sterben aus.
Kategorie: Vergangen
Leider kann ich nicht so lange zuhören, wie ich gerne würde. Denn andere PatientInnen haben auch das Recht, versorgt zu werden. Doch hat jemand die Gabe, spannend zu erzählen aus alten Zeiten, dann kümmert mich das doch etwas.
Fast hundert Jahre hat sie gesehen und ist immer noch fit wie ein Turnschuh. Der Name ist recht verbreitet bei deutschen Juden, und in der Tat hat sie recht viel zu erzählen aus ihrem Leben und Überleben. Wie sie verhaftet wurde und wieder frei kam und vieles mehr.
Die ZeitzeugInnen sterben leider langsam aus. wie auch die beiden Herren, die sich ein Zimmer teilten, vor vielen, vielen Jahren.
Der eine trug seine Blutgruppe auf der Innenseite des Oberarmes eintätowiert. Sein Zimmergenosse war ebenfalls tätowiert. Er trug nicht seine Blutgruppe, sondern eine Nummer.
Wir achteten peinlichst darauf, daß der eine nicht von der Tätowierung des anderen erfuhr, und so verstanden die beiden sich nicht schlecht. Doch- was hätten sie sich andernfalls wohl zu sagen gehabt? Doch ist das Krankenhaus kein Ort für Menschenversuche.
Über die Jahre, die ich nun in der Pflege arbeite, werden diejenigen, die vom Dritten Reich berichten können, weniger. Die meisten werden dement oder sind schon gestorben.
Diese alte Dame jedoch nicht.
[ 10 Uhr 42 ] - [ 5 Kommentare ]
30. August 2010
Der ewige Schützengraben der Seele.
Kategorie: Vergangen
Er war siebzehn, als er für Führer, Volk und Vaterland an die Ostfront kommandiert wurde, und siebzehn war er, als er von der Roten Armee gefangengenommen wurde. Als er zurückdurfte in die Heimat, die nun eine ganz andere war, war er dreißig, und Hilfe bekam er nicht. Er ging also zur Tagesordnung über, studierte, fand Arbeit und gründete eine Familie.
Nacht für Nacht, wenn er aufschreckend von Schlachtfeld oder Gefangenenlager ins Bett zurückkehrte, beruhigte und tröstete ihn seine Frau in ihren Armen. Nacht für Nacht.
Nun stehe ich am Bett des Mannes, dessen Alpträume in nun auch wach heimsuchen, der erleichtert und ängstlich zugleich ruft: "Wir leben!" oder: "Zwei, vier, hiiiieeerheeer!"
Manchmal beruhigt er sich und entspannt sich, wenn ich seine Hand halte. Doch manchmal hilft nur noch Chemie gegen die Angst eines Neunzigjährigen, die sich einem Siebzehnjährigen im Schützengraben sehr tief in die Seele gefressen hat.
[ 19 Uhr 27 ] - [ 3 Kommentare ]
Dieser verdammte Dreckscomputer!
Kategorie: Verschiedenes
...ist nicht ohne Grund unser Reserverechner:
[ 17 Uhr 27 ] - [ 9 Kommentare ]
29. August 2010
Heute vor drei Jahren: Ein Lebenszeichen.
Kategorie: Verrueckt
Knapp fiel meine Meldung aus, die ich während der Belastungserprobung schrieb nach zwei Monaten geschützter Krisenintervention. Es ginge mir besser.
Doch folgten noch zwei weitere Suizidversuche und mehr als fünf Monate Klinik.
Heute ist das alles so weit weg. Ich vermisse diese Zeit nicht.
[ 12 Uhr 12 ] - [ 1 Kommentar ]
28. August 2010
Die eigentliche Partei des Thilo Sarrazin...
Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung
...hat zwei Buchstaben mehr als die SPD und hatte auch schon mit Genen und Rassen (die es bei Menschen gar nicht gibt) Ratten gefangen und Menschenjagden veranstaltet.
Thilo, Du bist über 65 Jahre zu spät dran mit Deiner Hetze!
[ 19 Uhr 10 ] - [ 6 Kommentare ]
27. August 2010
Kein Engel: Von mir aus rupft das Huhn, aber bitte auch den Gockel.
Kategorie: Vergangen
Daß Nadja Benaissa, ein mir bislang unbekannter vermutlicher Z-Promi, der es irgendwie in die möchtegernseriöse Presse geschafft hat, HIV-infiziert ist, ist traurig für sie. Daß sie dies ihren häufig wechselnden Geschlechtspartnern verschweigt und ohne Pariser mit ihnen herumvögelt, ist verabscheuungswürdig.
Doch entbindet es ihre Stecher nicht von der Eigenverantwortung, sich eine Lümmeltüte überzuziehen. Wer des öfteren mal den Begatter wechselt, muß ja nicht gleich HIV haben. Da gibt es noch viele andere schöne Krankheiten: Lues (Syphilis), Gonorrhoe (Tripper), Herpes genitalis, Chlamydien und so fort. Würde ich auch alles nicht haben wollen.
Insofern trägt der Betroffene da auch ein wenig Mitschuld- immerhin laufen seit einem Vierteljahrhundert ständig Kampagnen für Safer Sex.
[ 09 Uhr 05 ] - [ 6 Kommentare ]
26. August 2010
Tod eines Ökofuzzies.
Kategorie: Verkohlt
Nein, ein wirklicher Ökofuzzie war ich nie. Ich sah aber fast so aus. Zu Beginn der Pubertät hatte ich den Tee und den Umwelt- und Tierschutz für mich entdeckt (wie alle anderen in meiner Klasse auch), denn wir befanden uns in der ersten Hälfte der Achtziger.
Mit meinem Pottschnitt war ich nie zufrieden, aber es dauerte, bis ich mich da gegen die Obrigkeit durchzusetzen wagte und die Haare wachsen ließ. Das war 1989, als ich auch Metallica für mich entdeckte. Ich trug grausam bunte Kleidung und die Haare offen, bis ich sie wegen der doch sehr eingeschränkten Sicht zusammenband.
Ein wenig spirituell war ich auch, wie man mit siebzehn eben so ist, und ich befragte oft das I-Ging, auch wenn ich nicht wirklich daran glaubte, doch ließ mich dieses Ritual zur Ruhe kommen. Die Suche nach dem Sinn des Lebens begleitete mich lange. Heute suche ich nicht mehr, ich lebe einfach.
Lange Zeit war die mich nicht kennende Menschheit überzeugt, ich sei Vegetarier. Und völlig geschockt, wenn ich meine Leidenschaft für furchtbar blutige Steaks erwähnte.
Irgendwann war ich das bunte leid und ich stieg auf Schwarz um. Irgendwann 2005 hatte ich Bock auf Bart. Jetzt sehe ich nicht mehr aus wie ein Müslikauer, auch in weiß nicht, und das Steak schockt als solches, weil sehr blutig, paßt aber zu mir.
Nein, ein Öko war ich nie. Und mir ist egal, ob der Mais genmanipuliert ist- auch natürliche Züchtung ist Manipulation, und der Segen der Gentechnik ist bakteriell erzeugtes Humaninsulin, welches die Produktion weniger umständlich und unabhängiger vom Fleischkonsum der Bevölkerung macht und außerdem für den Körper natürlicher macht. Und noch mehr. Und ich würde niemals ein Genmaisfeld im März besetzen, um die Aussaat, die erst Mitte April beginnt, zu blockieren und damit zu demonstrieren, daß ich schlecht informiert bin.
Nein ich bin kein Ökofuzzi mit Wuselbart und Räucherstäbchen. Und Mais mag ich ohnehin nicht.
[ 10 Uhr 31 ] - [ 1 Kommentar ]
25. August 2010
Abgedreht.
Kategorie: Verrueckt
Ich bin ja, wie neulich erwähnt, der Star in einem Dokumentarbeitrag von @dennzus. Seit eben sind die letzten Aufnahmen im Kasten. Ist schon etwas anderes, als wenn man mal eben die Kamera aufbaut und ein paar Minuten dummes Zeug erzählt. Dieses ist nun eine recht ernste Sache. Schließlich handelt der Film von Depressionen.
Wie das nachher aussehen soll kann ich mir nur sehr vage vorstellen.
Nun hat, obwohl das Werk nur fürs Studium als Hausaufgabe gedacht war, ein Lokalfernsehsender Interesse angemeldet. Von mir aus gerne. Ich werde berühmt! Viele Berühmtheiten sind ja auch geisteskrank gewesen, zum Beispiel Marilyn Monroe oder Hannibal Lecter.
Übrigens hat mich heute das erste Mal ein Nichtraucher ausdrücklich darum gebeten, zu rauchen....
[ 19 Uhr 37 ] - [ 2 Kommentare ]
Nierchen süß-sauer.
Kategorie: Verkohlt
Nieren kann man ja bekanntlich nicht nur kochen, sondern auch transplantieren. So bekommt nun Steinmeiers Frau Elke eine von ihrem Frank-Walter. Nicht zum Kochen, sondern weil ihre eigenen Nieren nichts gescheites mehr tun. "Der alte Otto-Witz Jetzt hab ich eine, und er hat drei!" ist gar kein Witz, die funktionsuntüchtigen Teile bleiben drin, damit die Operation nicht größer wird als nötig. Obwohl die zum Essen ja noch taugen könnten, oder?
[ 15 Uhr 42 ] - [ 1 Kommentar ]
24. August 2010
Ins Heim abgeschoben.
Kategorie: Vergangen
Als ich Anfang der Neunziger in der Pflege anfing, wurde Familien oft unterstellte, sie hätten ihre demenzkranken und/oder pflegebedürftigen Angehörigen "ins Heim abgeschoben". Damit war
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[ 08 Uhr 06 ] - [ 3 Kommentare ]
23. August 2010
Preisfrage: Wann wurde die erste Digitalkamera entwickelt?
Kategorie: Vernetzt
Das Ding ist älter als Ihr glaubt: Das war schon 1975 (Mit Foddos!). Ist also fast so alt wie ich. Als Speicher wurden handelsübliche Musikcassetten (Wer nicht mehr weiß, was das ist: Wikipedia. Ich habe solche Dinger noch, nur mit Mucke drauf.) verwendet, der Speichervorgang dauerte über 20 Sekunden. Der Bastler, Steven Sasson, war damals gerade 25 Jahre alt.
Wenn man damals in ein Mobiltelephon so etwas hätte hineinbauen wollen, hätte das wohl gepaßt. Immerhin haben auch die Dinger damals einen Kofferraum gefüllt. Aber Sinn hätte das nicht gemacht.
Wie dem auch sei: Zum Glück sind die Dinger jetzt ein wenig handlicher und besser zu bedienen.
[ 12 Uhr 12 ] - [ 1 Kommentar ]
Grandioser Plan: auch KassenpatientInnen sollen Arzthonorare vorstrecken. Das will die antisoziale F.D.P.
Kategorie: Vergangen
Die Partei der Besserverdienenden drischt wiedermal auf dem Pöbel der Normal- und Geringverdiener in Gestalt der gesetzlich Versicherten ein: Auch wir sollen jetzt die Arzthonorare und so vorstrecken. Damit wir begreifen, was für Kosten wir dreist, unnötig und böswillig verursachen. Welch Unverschämtheit, sich um seine Gesundwerdung zu kümmern! Meine Liebste und ich rennen ja auch nur aus Spaß an der Freude regelmäßig zum Psychiater. Ich hätte zur Zeit keine Ahnung, woher wir das Geld zum Vorstrecken überhaupt nehmen sollten. Und dabei haben reichlich Haushalte noch weniger zur Verfügung als wir beide.
Liebe Liberale, wollt Ihr uns ausbluten? Vergeßt nicht, daß Euer Reichtum auf unserer Arbeit fußt. Wir erbringen die Leistung, welche Ihr (weg)tragt. Ihr [ZENSIERT]!
[ 01 Uhr 13 ] - [ 1 Kommentar ]
22. August 2010
Nachtaktiv.
Kategorie: Vergangen
Trotz Remission habe ich noch ein paar Macken von der Depression übrigbehalten. Leichte Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen.
Letztere sind allerdings längst nicht so schlimm wie früher. Anstrengend wird dieses Problem nur nach Nachtschichten. Diese sind auch für einen gesunden Organismus problematisch und belastend. Bringen den Biorhythmus durcheinander. Und mich bringen sie völlig aus dem Takt. Dabei mache ich Nachtwachen durchaus nicht ungern, aber das danach... Montag hatte ich um 6:15 Uhr Feiermorgen. So weit, so gut. Ich schlief gleich bis zum Dienstagmorgen mit Unterbrechungen von etwa zwei Stunden. Seitdem stehe ich immer mit meiner diszipliniert immer um Sieben aus dem Bett hüpfenden Liebsten auf. Dennoch bin ich immer noch sehr nachtaktiv. Rein ins Bett, schlafen versuchen, wird nix, wieder raus, oder: kurz schlafen, aufwachen, nicht weiterschlafen können.
Irgendwann normalisiert sich das dann mal. Meistens bis zu den nächsten Nachtwachen.
[ 19 Uhr 24 ] - [ 2 Kommentare ]


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