Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

11. Juni 2011

Scheiß auf Bewertungen.

Kategorie: Vernetzt

Irgendwie wurden mir der Buttons unter den Artikeln zu viele, unter meinen solchen wie auch unter anderen. Es wird unübersichtlich, und ich weiß nicht mehr so recht, ob dadurch irgendein Vorteil besteht. Klar, Twitter und die allseits beliebt-beklagte Datenschleuder-Fratze müssen bleiben, die werden tatsächlich benutzt. Aber dieser Gugl-Plus-1-Button und der YiGG-Bewertungskram- interessiert das eigentlich jemanden? Bringt das BesucherInnen? Oder nur Ärger?

Also, wenn Ihr mir künftig zeigen wollt, daß Euch etwas gefällt, dann twittert oder fratzebucht und spendet mir Kohle, da habe ich mehr von als von irgendwelchen Punktesystemen. Oder schreibt es in die Kommentare, was Ihr denkt. Die haben gegenüber dem bisherigen Bewetungskrempel auch den Vorteil, daß man da auch meckern kann und dieses obendrein begründen.

Schluß mit Punkten.

[ 23 Uhr 50 ] - [ 5 Kommentare ]

Der Große Plan.

Kategorie: Verrueckt

Meine depressive Episode pfeift ja so langsam aus dem letzten Loch und der Nebel der Zukunft beginnt sich zu lichten. Zeit, sich Gedanken zu machen, wie das Leben möglichst angenehm weitergehen soll. Wer mag, darf sich weiterhin gerne einbringen und mir helfen, vorwärtszukommen.

Beruflich ist eigentlich das wichtigste geklärt: arbeitslos bin ich zum Glück nicht geworden. Ich weiß nur nicht genau, was ich da für einen Job bekomme, nur ungefähr. Im Prinzip ist das auch schnurz, irgendwann habe ich ja mal darüber schwadroniert, daß jeder, vom Medizinprofessor bis zum Müllmann, ihren Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft beitragen. Schade nur, daß meine geliebte Weitergabe von Wissen flachfällt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Erstmal in die neuen Aufgaben einfinden.

Privat: Ein Programm mit erfreulichen Lustbarkeiten sollte angenehm und auch für meine psychiatrische Situation nützlich sein. Also: Weiterhin wie bisher Konzerte. Gitarre auspacken sollte kein Problem sein. Und zwar mache ich das, damit ich einen Termin habe, am Dönerstag. Vorher sind zu viele Termine, die mir die Ruhe nehmen. Danach: Dranbleiben. Täglich üben!
Laufsport ist für mich persönlich derzeit noch nicht realistisch, trotz eigentlich nützlicher Tips in den Kommentaren mit wandern, walken und so. Nach dem Umzug wird erneut darüber nachgedacht, also zum 1.9.2011. - Danach weiß ich auch, wie viel Geld ich noch für Laufschuhe ausgeben kann. Die Finanzierung des uMzugs hat erstmal Priorität.
Theater/Oper und so: Ewig nicht mehr besucht. Zur Zeit aber zu stressig. Nach dem Umzug. In der ersten Septemberwoche beschaffe ich dann die aktuellen Spielpläne, so nicht gerade Sommerpause ist.

Überhaupt: Die Prokastination (Aufschieberitis) sollte ich verringern. Nicht: "Ich kümmere mich demnächst drum!" sondern: "Ich kümmere mich bis dannunddann drum!" - ich glaube, eine Deadline ist zwingend notwendig, sonst verprokrastiniere ich alles bis zum St. Nimmerleinstag.

Hilfe: Ich habe von einigen Dingen (Organisation von Umzügen, Rechtliches, Reha/Integration/Bla) nicht viel Ahnung. Allerdings bin ich mittlerweile soweit, daß ich selbst auf die Idee komme, mir da helfen zu lassen, wo ich nicht wirklich mit zu Potte komme. Wofür hat man Fachleute under *1 Freunde? Das läuft schon gut.

Also: Das Hauptziel heißt: Kampf der Aufschieberitis! Der Rest findet sich.

[ 10 Uhr 38 ] - [ 4 Kommentare ]

Kulturprögramm.

Kategorie: Kultur

Und heute geht es aufs Vainstream-Festival hier in Münster am berüchtigten Hawerkamp. Die Homepage sieht ziemlich aus nach Skatern und HipHop und so schrecklichem Zeugs. Da treten drölfzig Musikanten auf, die ich alle gar nicht kenne bis auf eine englischstämmige Förmation namens Motörhead. Sehr praktisch, daß die sozusagen bis vor unsere Haustür kommen.

The only card I need is the Ace of Spades! \m/

[ 09 Uhr 33 ] - [ Noch kein Kommentar ]

10. Juni 2011

Puzzled.

Kategorie: Verrueckt

Ich stehe hier vor einer Art Berg, in welchem alles drin ist, was ich so brauche. Nur finde ich in diesem Chaos nichts auseinander. Das Leben geht irgendwie weiter, darauf habe ich keinen Einfluß. Aber auf das WIE sollte
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[ 21 Uhr 37 ] - [ 7 Kommentare ]

So eine Art Resumée.

Kategorie: Vergangen

Momentan hänge ich noch etwas in der Luft. Ich werde zwar nicht arbeitslos, aber ich weiß noch nicht genau, womit man mich beschäftigen wird. Hauptsache, ich werde erstmal nicht geistig und verantwortungsmäßig überfordert. Das ist eigentlich gar nicht so schlecht, denn so schön wie
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[ 18 Uhr 39 ] - [ 1 Kommentar ]

Was heißt schon behindert?

Kategorie: Verrueckt

Stellt Euch auf der Autobahn im Stau vor. Werdet Ihr durch den Stau im Fortkommen behindert oder seid Ihr behindert?
Stück Behindertenausweis.
Stellt euch jemanden im Rollstuhl gut zurechtkommenden vor mit, sagen wir der Einfachheit halber mal Querschnittslähmung. Er hat eine für seine Zwecke eingerichtete Wohnung und kommt da prima zurecht, er braucht nur ein Hilfsmittel names Rollstuhl. Also selbständig. Wenn da nicht überall Barrieren wären. Treppenstufen, zu enge Aufzüge und Toiletten und so weiter. Ich würde sagen, diese Umstände behindern ihn. Ihn selbst finde ich da nicht per se behindert, da der körperliche Ausfall eigentlich kompensiert werden kann.

Geistig behindert, auf amerikanisch-politisch-korrekt mit besonderen Begabungen, was soll das bedeuten? Vielleicht kein geistiger Schwarzenegger, etwas langsamer und vielleicht auch etwas einfacher als diejenigen, welche sich gesund glauben. Das Problem entsteht, finde ich, wieder eher in der Gesellschaft, die nicht fähig ist, mit Dingen oder gar Menschen umzugehen, die etwas aus dem Rahmen fallen und nicht dem Einheitsmenschen nach DIN ISO blablabla entsprechen.

Psychisch behindert: Wenn man wegen der Psyche nicht so kann, wie es von der Norm vorgegeben wird, dann wird nicht nach einer Lösung geguckt, sondern gerne gekündigt, in der Hoffnung, daß man nicht auf die Idee komme, seine Rechte einzufordern. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Und so weiter.

"Die Gesellschaft" erwartet einfach, daß alle normal sind oder sich anpassen. Trotz Gesetzen zur Integration. Ich bin für eine absolut drastische Erhöhung der Ausgleichsabgabe, damit der Versuch, sich damit vor der Einstellung nicht normgerechter Menschen zu drücken, unattraktiv wird. Nicht normgerechte Menschen laufen zudem Gefahr, auf irgendwelchen "Deppenjobs" fernab von Publikumsverkehr entsorgt zu werden. Und das, obwohl der Norm nicht zu entsprechen meistens auch heißt, weniger kompliziert und unfreundlich zu sein als der Standardmensch.

Ich will das normale, das normende aus der Gesellschaft heraus haben. Damit ich nicht unnormal bin. Und andere auch nicht. Menschen zu normen finde ich verboten, gleichschaltend, hitlerig.

Jeder sollte einfach nur eines sein dürfen: Ein ganz normaler Mensch.

[ 15 Uhr 59 ] - [ 9 Kommentare ]

Trümlig.

Kategorie: Verschiedenes

Vierzig Roth-Händle habe ich am Tag geraucht, bis ich vor gut sieben Monaten aufgehört habe. ZWar merke ich, daß ich, wenn verschleimt, besser abhusten kann, aber immer noch nicht richtig gut. Meine Hustenanfälle sind noch heftig, und darob scheint sich der Nervus vagus etwas zu irritieren. Daruter bin ich früher, als Raucher, gar kollabiert. Mittlerweile tu ich das nicht mehr so ganz. Das Gefühl, das durchaus einen Moment anhalten kann, ist ganz witzig, ich mag es.

Mein Blickfeld verengt sich gleich einem vertunnelten Röhrenfernseher und verliert etwas an Farbintensität, während mein Kopf gleichzeitig vakuumiert wird (naja, viel ist da nicht zu evakuieren biggrin ). Meine Haut beginnt von Rumpfferne an, sich prickelnd gleichzeitig heiß, kalt und flüssig anzufühlen, während in Armen und Beinen an sich nicht mehr viel Substanz zu sein scheint. Im Kopf summt es etwas, während alles Geräusch von außerhalb aus weiter Ferne kommt. Ich bin wie extraterrestrisch in diesen Augenblicken, ich bin wie bei Raumschiff Entenscheiß weggebeamt, aber nur halb. Die eine Hälfte ist da, wo Ihr sie sehen könnt. Der Geist ist zu einem großen Teil woanders. Keine Ahnung, wo. Tiefer im Gehirn vergraben. Ich spüre mich kaum noch. Ich bin sozusagen halb bewußtlos, aber nur halb. Manchmal kann ich auch nicht mehr sprechen.

Das dauert ein paar Sekunden. Dann komme ich zurück, das Gefühl habend, mein Oberkörper schwanke (was aber gar nicht geschieht). Das Bild baut sich wieder auf. Mein Kopf füllt sich. Ich bin wieder da. Als wäre ich niemals fort gewesen.

[ 10 Uhr 47 ] - [ Noch kein Kommentar ]

09. Juni 2011

Methylphenidat.

Kategorie: Verrueckt

Nun habe ich mittlerweile schon die zweite davon genommen. Methylphenidat, besser bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin®, kurz MPH. Das Zeug ist als Oberpsychodroge verschrien (vor allem mal wieder in der Eso-Heiler-Szene). Daß das so wild nicht sein kann, sah ich letztes Jahr im Februar an meiner Liebsten, die einfach nur ruhiger und konzentrierter wurde dadurch.

Allerdings scheint auch Mißbrauch nicht so dolle zu sein, nach meinen Recherchen wirkt es beim Nicht-ADHSler eher wie zu viel Kaffee, falls es das überhaupt geben kann.

Und ich?
Naja, "Rummmmms!!!" hat es nicht gerade gemacht. Alles anders? Kann ich noch nicht sagen. Ich fühle mich etwas mehr anwesend, weniger neben mir und etwas klarer, habe ich den Eindruck. Der kann natürlich auch täuschen und Placeboeffekt sein. Mehr kann ich vielleicht in zwei, drei Wochen sagen.

Die paar Tabletten mehr machen mich jedenfalls auch nicht noch fetter als ich schon bin. Da geht noch was, glaube ich.

Und, für Euch Unwissenden da draußen, warum ein Stimulans bei ADHS? Daß MPH ein Stimulans ist, ist Zufall. Es könnte auch Schweizer Käse sein, der das macht, was MPH macht, oder Schuhcreme (das wäre allerdings nicht so lecker).

Im Hirn haben wir einen Haufen Neurotransmitter, die sozusagen Nachrichten zwischen den Hirnzellen hin- und hertransportieren, wie Boten Briefe zustellen. Deshalb werden sie auch gerne Botenstoffe genannt. Die Nerven(Hirn-)zelle, die eine Information übermitteln möchte, schüttet einen entsprechenden Transmitter aus (z.B. Serotonin und Noradrenalin, die Depressionskranken durch ihre mangelhafte Anwesenheit im Spalt zwischen den Hirnzellen bestens bekannt, oder auch Dopamin). Dieser Transmitter landet im Synaptischen Spalt und dockt dann an die empfangende Zelle an und gibt damit die Info weiter.
Damit ist der Job erledigt, der Transmitter wird wieder eingesammelt und zurückgebracht zur Ursprungszelle. Das geht nicht zu Fuß, Postboten haben ja auch ein Fahrrad, sondern mit einem Transporterprotein.

Und dieses Transporterprotein für Dopamin ist das Problem bei ADHS: Davon ist viel zu viel da. Damit wird das Dopamin viel zu viel und viel zu früh abtransportiert, meist noch ehe es die Gelegenheit hatte, seine Botschaft weiterzugeben. Das ist schlecht für die Konzentration und für einiges mehr.

Das MPH allerdings ist schneller bei den Transportern. Damit bleibt das Dopamin dort, wo es hingehört und kann in Ruhe das tun, was es soll, z.B. herumdenken helfen. Die übereifrigen Transporter sind ja nun ausgelastet und beschäftigt. Stimulation bleibt da kaum noch übrig. Nur Dopamin. Mutters Bestes.

[ 14 Uhr 50 ] - [ 4 Kommentare ]

08. Juni 2011

EHEC zum Mitschreiben: Bakterium != Virus

Kategorie: Vergangen

Noch hat wohl nicht jeder mitbekommen, daß der Enterohämorrhagische Escherichia coli, kurz EHEC, kein Virus ist. Die Colibakterien, mit K geschrieben geht auch: Kolibakterien, sind, wie der Name schon sagt, Bakterien. Und zwar Darmbakterien, die normalerweise dort wohnen und keinen Ärger machen. Aber wie das Leben des HausDarmbesitzers so spielt: Nicht jeder Mieter benimmt sich, wie er soll.

Zurück zum Unterschied: Bakterien bestehen aus einer Zelle. Diese Zelle hat einen Stoffwechsel. Das bedeutet nicht, daß sie sich regelmäßig umzieht, sondern daß sie sich ernährt und sozusagen verdaut und dabei entsprechende Abfälle absondert. Gelegentlich teilt sich die Zelle, bei Bakterien geht Vermehrung ohne Ficken (wie langweilig). Im Inneren des Bakteriums ist die Desoxyribonukleinsäure. Kurz: DNS oder DNA. Diese DNA enthält sozusagen die gesamte Software mit allen Funktionen inklusive Reproduktion. Bakterien kann man meist prima mit Antibiotika abmurksen.

Viren (Einzahl: das Virus!) hingegen bestehen erstmal nur nur aus etwas Nukleinsäure (Erbsubstanz, quasi Software) und eventuell noch etwas Gefuckel drumrum, Verpackung quasi. Die ForscherInnen sind sich bis heute nicht einig, ob Viren überhaupt Lebewesen sind. Sie haben keinen Stoffwechsel oder so, sie machen erstmal gar nichts, und wenn sie sich vermehren, brauchen sie eine WirtsZELLE, die sie umprogrammieren können auf Virusproduktion, bis sie dann kaputtgeht. Ein richtiger Organismus sieht anders aus. Weil sie keinen Stoffwechsel haben, kann man sie auch nicht mit Antibiotika "vergiften". Die wirken nur bei Bakterien.

Solch eine Wirtszelle für das Virus kann natürlich auch ein Bakterium sein. Das Virus wäre dann ein Bakteriophage ("Bakterienfresser" ). Und dem aktuellen EHEC ist genau das passiert: Ihn hat ein Bakteriophage erwischt, also ein Virus, der seine Erbsubstanz, seine "Software" in das Bakterium eingeschleust hat. Und das Problem ist nun: ein Stück "Programmcode" sorgt nun für die Erzeugung eines Toxins, also eines Giftes, welches die mittlerweile wohl ausreichend bekannten Beschwerden verursacht.

Ihr werdet also krank wegen kranker Bakterien. Ihr habt Euch infiziert mit Bakterien, die sich mit Viren infiziert haben.

Und wer jetzt noch etwas von "EHEC-Viren" schreibt, der möge mit lebenslänglichem Grind geplagt und von Sybille Kaulitz verfolgt werden!

[ 23 Uhr 58 ] - [ 12 Kommentare ]

Auswüchse der Kreativität.

Kategorie: Vergangen

Ich neigte schon als Kind dazu, Sachen etwas anders zu machen als von mir erwartet wurde. Manchmal gab das Pluspunkte. In der zweiten Klasse bekamen wir eine Bildergeschichte, die wir in Worte fassen sollten. Das war mir irgendwie zu billig, und ich schrieb mein erstes Gedicht. Natürlich holperte es etwas, aber immerhin.

Später, immer noch in der Grundschule, bekamen wir die Geschichte vom Schlaraffenland vorgelesen im Kunstunterricht, zwecks Darstellung desselben durch uns. Ich entschloß mich zu einer etwas moderneren Sicht. Als erstes bekamen die herumfliegenden gebratenen Hähnchen und so eine Startbahn samt Tower. Und so weiter. Details habe ich leider vergessen.

Später, ich war etwa 12 und an sich im Töpfern recht versiert, setzte ich mich allerdings in die Nesseln, denn die tönerne Karnevalsmaske, die wir alle wieder mal im Kunstunterricht fertigten, hatte bei mir nicht nur eine üble grüne Gesichtsfarbe, auch hing ein Auge heraus, ein Nagel stak in der Stirn und überall war Blut. Nein, einen passenden Film hatte ich damals noch nicht gesehen, das war mir selbst eingefallen. Dieses erbarmungswürdige Werk wurde trotz einiger Sorgfalt meinerseits von der Lehrerin eher untermittelmäßig bewertet. Dies störte mich wenig, ich war zufrieden mit meinem Opus.

Ich hatte schon früh einen Hang zum seltensamen und skurrilen, auch was den Humor betrifft. Ich weiß nicht, warum das so ist. Ich weiß nicht, warum ich so bin.

Jedenfalls bin ich nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.

[ 17 Uhr 48 ] - [ 4 Kommentare ]

07. Juni 2011

ze de giezzen.

Kategorie: Vergangen

Wie lange liegt die Zeit zurück... am 18. Juni 1985 (der 17. war damals noch ein Feiertag) wurden die Zelte in Gießen endgültig abgebrochen. Mein Vater arbeitete schon länger hier in Münster, meine älteren Schwestern hatten die Schule fertig, wir zogen hinterher. Ins Grüne, weit draußen, neben meines Vaters neuer Klinik, in eine tolle alte Villa als Dienstwohnung.

Mit einem Schlag war alles anders.

In Gießen, genauer im Ortsteil Kleinlinden, und in der Umgebung hatte sich das Leben abgespielt, wenn wir nicht gerade in die Ferien fuhren. Im Wald spielten wir Indianer... Viele Jahre später, im Frühjahr 2006, als ich für ein paar Tage zurückkehrte, sah ich tatsächlich noch Spuren unseres Wirkens. Und stellte fest, daß das Waldstück, welches unser Kosmos war, eigentlich ziemlich winzig war, ein Dreieck mit lächerlichen 300m Kantenlänge. Der Schulweg, der erstmal die unglaublich steile Saarlandstraße hinaufführte, war schier endlos (ca. 15 Minuten in heutigem Tempo zu Fuß), weshalb wir täglich neue Abkürzungen fanden, von hintenrum durch die Brust ins Auge vielleicht drei- bis viermal so weit, aber natürlich sehr viel kürzer. Teilweise umrundeten wir halb Kleinlinden.

Seltsamerweise gab es nie Ärger, obwohl diese Abkürzungen den großen Vorteil hatten, daß man dort seltene Busfahrkahrten sammeln konnte. Ich war der King- ich hatte ALLE, sogar die unglaublich sensationelle Sechszonenkarte! Natürlich griffen wir dafür auch in den Übelkübel.

So klein mein großes Dorf heute. Und vieles ist noch da. Und von manchem Kameraden finde ich die Haustür noch.

Ich war dreizehn, als ich ging. Heute bin ich dreimal so alt. Münster ist meine Heimat.
Und doch: die Sehnsucht bleibt.

[ 22 Uhr 45 ] - [ Noch kein Kommentar ]

Zug Um zug.

Kategorie: Verschiedenes

Nun wohnen wir beide ja schon seit mehr als eineinhalb Jahren in der Bude zu zweit, die für mich allein die richtige Größe gehabt hatte. Aber so langsam, ohne ernstzunehmende Kochmöglichkeit und diversen, sagen wir mal, offensichtlich gewollten Schwierigkeiten seitens der SAGICHNICHT, wird es dann doch Zeit, sich zu verbessern.

Nun, im Krankenstand und jetzt als nicht gewollter Arbeitnehmer hatte ich ja Zeit genug, zu suchen. Immer wieder guckten wir, aber unsere Chancen standen immer nur mäßig, überall sollten wir irgendwelche absurden UnterlagInnen binnen absurd kurzer Fristen einreichen. Diese Wohnung in Gremmendorf, die heute Vormittag zu besichtigen anstand, war eigentlich nur pro Forma von mir ausgewählt worden. Für uns ist sie etwas ungünstig gelegen, was den Verkehr betrifft und die Anbindung.

Aber sie gewann sofort. Und wir auch. Ab 1.8. ist sie unser.

[ 13 Uhr 58 ] - [ 11 Kommentare ]

06. Juni 2011

U.L.F.

Kategorie: Vergangen

Logo U.L.F.Nein, das hat nichts mit U.D.O. zu tun, von dem ich damals noch gar nichts wußte, sondern damit, daß ich Stefan inspiriert hatte zu einem Beitrag, der seinerseits mich inspiriert.

1984 war ich zwölf, als wir den groben Aufbau unserer Demokratur und der Wahlen durchnahmen (was dann praktischerweise mit den KlassensprecherInnenwahlen verbunden wurde). Ich hatte keine wirklichen Ambitionen, gründete aber nach der Wahl meine eigene Partei, deren Mitglied ich war. U.L.F.- Ulfs Libertäre Freaks oder so ähnlich hieß das Ding. Programm? Wofür? Ich beschränkte mich darauf, überall mit Kreide diese drei Buchstaben hinzumalen. Naja, nur auf die Tafel oder die Straßen, verbotenes zu beschmieren traute ich mich nicht (und fand es auch nicht der Sache dienlich oder gar zielführend, was auch immer das Ziel war).

Eigentlich war ich die perfekte Partei- keine Ahnung, kein Konzept.

[ 18 Uhr 02 ] - [ 3 Kommentare ]

...morgens um halb zehn in Deutschland:

Kategorie: Literarisch

Das Innere einer Bahnhofskneipe.Du suchtest schnell einen vernünftigen Kaffee und bist bei den Gestrandeten gelandet. Du wirst begrüßt, als hättest Du dort als Stammgast schon Deinen eigenen Bierkrug. Du sitzt in einer Ecke bei Wasser und Kaffee, der in der Tat recht ordentlich ist, und beobachtest die Männer mit den etwas verlebten Gesichtern vor ihrem Bier. Sie lächeln Dich an, manchmal fragt Dich jemand etwas über den Hund an Deiner Seite. Was nicht vertrunken wird, landet in einem der Spielautomaten für ein fragwürdiges kurzes Vergnügen, welches sich Dir verschließt.

In der Luft liegt ein Hauch von Hartz IV und- Menschlichkeit. Hier schaut niemand auf den anderen herab, weil alle sowieso ganz unten angekommen sind. Der Wirt, etwa 175 groß und bestimmt ebenso schwer, serviert allen gleichermaßen freundlich, stets mit einem Spruch auf den Lippen. Du weißt, Du bist hier nicht richtig. Aber Du bist hier nicht falsch.

[ 09 Uhr 30 ] - [ 3 Kommentare ]

04. Juni 2011

Wackeleis.

Kategorie: Verschiedenes

Das wäre doch noch wirklich was für die kleinen, lauten, dreckigen Rotznasen.

Bekanntsam ist allgemein, daß diese vor allem auf Kindergeburtstagen Wackelpudding, auch als Wackelpeter bekannt, in den Geschmacksrichtung Synthetik-Waldmeister und Holzminden-Himbeer, in unglaublichen Massen verschlingen. Das Gleiche gilt für Eis- versucht doch mal, mit Kindern ohne größere finanzielle Verluste an einer Eisdiele vorbeizukommen!

Was also läge näher, als beides zu kombinieren? Ich meine ein Eis in diesen Geschmacksrichtungen und vor allem: in vergleichbarer Konsistenz! Einige Zugeständnisse müßte man zwar machen, denn es dürfte schwierig sein, Wackelpudding so wie er sich darstellt kugelförmig zu portionieren. Die Wackelsubstanz, üblicherweise im Original Gelatine, dürfte bei den für Glacé (Speiseeis) üblichen Temperaturen nicht mehr viel Wackelpotential behalten. Dies ließe sich sicherlich mit Hilfe eines chemischen Laboratoriums lösen, aber leider ist in dieser von Ökofuzzis unterwanderten Gesellschaft solches schlecht durchzubekommen. Vielleicht könnte man ja auch mit AtomGiftpilzen aus der Ukraine oder so das Problem beheben.

Aber wäre das nicht schön? Wackelndes Eis, welches Dir das erhebende Gefühl gibt, daß wenigstens einer noch vor Dir zittert?

[ 22 Uhr 45 ] - [ 2 Kommentare ]

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