Ulf. Mehr oder minder täglich Privatkram.

Archiv.

17. Juni 2011

Das ist ja voll Achtziger.

Kategorie: Erlebtes

Seit geraumer Zeit geistert ja so eine Art Selbstweihräucherung meiner Generation durch das Netz. Ganz nett, aber nach der drölfzigsten Wiederholung auch
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[ 07 Uhr 00 ] - [ Noch kein Kommentar ]

12. Juni 2011

Into the pit.

Kategorie: Kultur

Motörhead auf dem Vainstream-Festival Münster 2011.
Wir waren eigentlich nur wegen Motörhead gekommen. Sämtliche anderen Bands waren uns unbekannt. So kamen wir auch nicht schon um neun Uhr früh, sondern erst am frühen Abend. Eine Band, die stilistisch an die Pogues erinnerte, gefiel mir gut. Dem Volke auch, wie es schien, jedenfalls war während des Auftrittes Party und Abhotten angesagt. Bei der nächsten Band war es dann wieder ruhiger. Die Bands außer der genannten waren alle nicht so unsers.

Da das Festival mit zwei Bühnen lief, konnten wir uns während des vorletzten Auftrittes schonmal recht gut positionieren. Wobei wir noch einen Arbeitskollegen meiner Liebsten trafen. Den ich witzigerweise schon kannte, weil er mal einen Patienten bei mir besucht hatte und da wegen seines Motörhead-Shirts mit mir ins Gespräch gekommen war.

Ein netter Mensch stellte uns wegen der Feuchtigkeit noch ein Wacken-Regencape zur Verfügung. Doch mit Lemmy kam auch die Sonne heraus. Eigentlich seltsam. biggrin

Und alle hatten viel Spaß. Jeder auf seine Weise, und etliche natürlich auch im Moshpit. Ein gar erfreulicher Anblick. Leider direkt neben uns, und so war ich eine Zeit sehr beschäftigt damit, meine Liebste vorm Umgerempeltwerden zu beschützen. Sonst wäre ich vielleicht sogar mit hineingehüpft.

[ 11 Uhr 18 ] - [ 1 Kommentar ]

10. Juni 2011

Was heißt schon behindert?

Kategorie: Psycho?!?

Stellt Euch auf der Autobahn im Stau vor. Werdet Ihr durch den Stau im Fortkommen behindert oder seid Ihr behindert?
Stück Behindertenausweis.
Stellt euch jemanden im Rollstuhl gut zurechtkommenden vor mit, sagen wir der Einfachheit halber mal Querschnittslähmung. Er hat eine für seine Zwecke eingerichtete Wohnung und kommt da prima zurecht, er braucht nur ein Hilfsmittel names Rollstuhl. Also selbständig. Wenn da nicht überall Barrieren wären. Treppenstufen, zu enge Aufzüge und Toiletten und so weiter. Ich würde sagen, diese Umstände behindern ihn. Ihn selbst finde ich da nicht per se behindert, da der körperliche Ausfall eigentlich kompensiert werden kann.

Geistig behindert, auf amerikanisch-politisch-korrekt mit besonderen Begabungen, was soll das bedeuten? Vielleicht kein geistiger Schwarzenegger, etwas langsamer und vielleicht auch etwas einfacher als diejenigen, welche sich gesund glauben. Das Problem entsteht, finde ich, wieder eher in der Gesellschaft, die nicht fähig ist, mit Dingen oder gar Menschen umzugehen, die etwas aus dem Rahmen fallen und nicht dem Einheitsmenschen nach DIN ISO blablabla entsprechen.

Psychisch behindert: Wenn man wegen der Psyche nicht so kann, wie es von der Norm vorgegeben wird, dann wird nicht nach einer Lösung geguckt, sondern gerne gekündigt, in der Hoffnung, daß man nicht auf die Idee komme, seine Rechte einzufordern. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Und so weiter.

"Die Gesellschaft" erwartet einfach, daß alle normal sind oder sich anpassen. Trotz Gesetzen zur Integration. Ich bin für eine absolut drastische Erhöhung der Ausgleichsabgabe, damit der Versuch, sich damit vor der Einstellung nicht normgerechter Menschen zu drücken, unattraktiv wird. Nicht normgerechte Menschen laufen zudem Gefahr, auf irgendwelchen "Deppenjobs" fernab von Publikumsverkehr entsorgt zu werden. Und das, obwohl der Norm nicht zu entsprechen meistens auch heißt, weniger kompliziert und unfreundlich zu sein als der Standardmensch.

Ich will das normale, das normende aus der Gesellschaft heraus haben. Damit ich nicht unnormal bin. Und andere auch nicht. Menschen zu normen finde ich verboten, gleichschaltend, hitlerig.

Jeder sollte einfach nur eines sein dürfen: Ein ganz normaler Mensch.

[ 15 Uhr 59 ] - [ 9 Kommentare ]

08. Juni 2011

EHEC zum Mitschreiben: Bakterium != Virus

Kategorie: Erlebtes

Noch hat wohl nicht jeder mitbekommen, daß der Enterohämorrhagische Escherichia coli, kurz EHEC, kein Virus ist. Die Colibakterien, mit K geschrieben geht auch: Kolibakterien, sind, wie der Name schon sagt, Bakterien. Und zwar Darmbakterien, die normalerweise dort wohnen und keinen Ärger machen. Aber wie das Leben des HausDarmbesitzers so spielt: Nicht jeder Mieter benimmt sich, wie er soll.

Zurück zum Unterschied: Bakterien bestehen aus einer Zelle. Diese Zelle hat einen Stoffwechsel. Das bedeutet nicht, daß sie sich regelmäßig umzieht, sondern daß sie sich ernährt und sozusagen verdaut und dabei entsprechende Abfälle absondert. Gelegentlich teilt sich die Zelle, bei Bakterien geht Vermehrung ohne Ficken (wie langweilig). Im Inneren des Bakteriums ist die Desoxyribonukleinsäure. Kurz: DNS oder DNA. Diese DNA enthält sozusagen die gesamte Software mit allen Funktionen inklusive Reproduktion. Bakterien kann man meist prima mit Antibiotika abmurksen.

Viren (Einzahl: das Virus!) hingegen bestehen erstmal nur nur aus etwas Nukleinsäure (Erbsubstanz, quasi Software) und eventuell noch etwas Gefuckel drumrum, Verpackung quasi. Die ForscherInnen sind sich bis heute nicht einig, ob Viren überhaupt Lebewesen sind. Sie haben keinen Stoffwechsel oder so, sie machen erstmal gar nichts, und wenn sie sich vermehren, brauchen sie eine WirtsZELLE, die sie umprogrammieren können auf Virusproduktion, bis sie dann kaputtgeht. Ein richtiger Organismus sieht anders aus. Weil sie keinen Stoffwechsel haben, kann man sie auch nicht mit Antibiotika "vergiften". Die wirken nur bei Bakterien.

Solch eine Wirtszelle für das Virus kann natürlich auch ein Bakterium sein. Das Virus wäre dann ein Bakteriophage ("Bakterienfresser" ). Und dem aktuellen EHEC ist genau das passiert: Ihn hat ein Bakteriophage erwischt, also ein Virus, der seine Erbsubstanz, seine "Software" in das Bakterium eingeschleust hat. Und das Problem ist nun: ein Stück "Programmcode" sorgt nun für die Erzeugung eines Toxins, also eines Giftes, welches die mittlerweile wohl ausreichend bekannten Beschwerden verursacht.

Ihr werdet also krank wegen kranker Bakterien. Ihr habt Euch infiziert mit Bakterien, die sich mit Viren infiziert haben.

Und wer jetzt noch etwas von "EHEC-Viren" schreibt, der möge mit lebenslänglichem Grind geplagt und von Sybille Kaulitz verfolgt werden!

[ 23 Uhr 58 ] - [ 12 Kommentare ]

01. Juni 2011

Satanische Botschaft.

Kategorie: Meine unqualifizierte Meinung

Vor gefühlten drölfzig Jahren war ja ziemlich in, vor allem bei Heavy Metal-Platten satanische Botschaften zu finden, die man durch Rückwärtsabspielen der Schallplatte (auf die Dauer mühsam) oder des Tonbandes finden können tun täte.

Wer so bekloppt ist, sich ganze Platten rückwärts anzutun, der findet auch etwas, was seine komische Idee bestätigt. Ich würde das ja anders angehen: Warum eine Botschaft umgedreht einbauen? Das versteht doch kein Schwein, hört sich Scheiße an und auch das Hirn kann diese Botschaft nicht entschlüsseln. Also ist es schlicht hirnrissig, sich die Mühe zu machen. Wofür auch? Wenn ich wirklich einen auf pöhse machen will, dann kann ich auch direkt von Teufeln und solchem Schmarrn singen. Mittlerweile geschieht das ja auch.

Überhaupt, Botschaften: Wo die Menschen überall Botschaften zu sehen glauben bzw. sehen wollen- sie suchen so lange, bis sie irgendetwas finden, das sie irgendwie in ihr Denken quetschen können. Das allsehende Auge auf der Dollarnote, neuerdings auch auf Schweizer Banknoten irgendwelcher Blödsinn... Klar haben Geheimgesellschaften nichts besseres zu tun, als ihre Geheimzeichen auf Geldscheine, Personalausweise oder von mir aus auch Klopapier zu pinseln. Dadurch wird es ja besonders geheimer, ne, weil, das kann ja niemand entschlüsseln, aber irgendwie sind die superintelligenten Aufdecker da doch drauf gekommen. Geldscheine. Gute Idee. Rückwärtsbotschaften....

Ihr Verschwörungstheoretiker und Geisterseher, merkt Ihr eigentlich nicht, wie behämmert Ihr seid?

[ 12 Uhr 23 ] - [ 3 Kommentare ]